Rachid Boudjedra

Rachid Boudjedra, geboren 1941 in Aïn Beïda (Ostalgerien), besuchte von 1952 bis 1959 das Collège Sadiki in Tunis, um unter anderem die arabische Sprache zu lernen, die in seiner Heimat verboten war. 1960 wurde er im algerischen Befreiungskrieg, an dem er aktiv teilnahm, verwundet. Später studierte er Mathematik und Philosophie in Algier, danach in Paris. Er lehrte an verschiedenen Universitäten Europas, Nordafrikas, Nordamerikas und des Nahen Ostens. Rachid Boudjedra lebt als freier Schriftsteller in Algier.

Ausführliche Biografie

Rachid Boudjedra wurde 1941 in Aïn Beïda (Ostalgerien) geboren.

In seinen Werken arbeitet Boudjedra Kindheitstraumata und die Widersprüche der nachkolonialen algerischen Gesellschaft auf: L`Insolation (1972), Topographie idéale pour une agression caractérisée (1975, dt.: Ideale Topographie für eine offenkundige Aggression, Aufbau-Verlag, Berlin und Weimar, 1978), L`Escargot entêté (1977), Les 1001 ans de la nostalgie (1979). In Le Vainqueur de coupe (1981, dt.: Der Pokalsieger, Unionsverlag 1989) wird ein Pokalendspiel, das ganz Frankreich verfolgt, zu einem Schauplatz des Algerienkriegs.

Seit 1981 publiziert er auf Arabisch und übersetzt seine Werke ins Französische: Démantèlement (Algier 1981, Paris 1982), La Macération (Algier 1984, Paris 1985), La Pluie (Algier 1985, Paris 1987), La Prise de Gibraltar (Algier 1986, Paris 1987). Neben diesem Romanwerk verfasste er Gedichte (Pour ne plus rêver, 1965, Greffe, Algier 1983, Paris 1984), Essays (»Naissance du cinéma algérien«, 1971, »La Vie quotidienne en Algérie«, 1971, »Journal Palestinien«, 1972) und zehn Drehbücher, unter anderem Chronique des années de braise, das 1975 die Goldene Palme auf dem Festival von Cannes erhielt, und Ali au pays des mirages, ausgezeichnet mit dem Tanit d`or 1980 des Festivals von Karthago.

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    Werke von Rachid Boudjedra

    Cover
    »Riesiges Hochzeitsfest. Die Braut ist fünfzehn Jahre alt. Mein Vater fünfzig.«
    Cover
    »Boudjedra entfaltet ein betäubendes Vokabular, atmosphärisch derart dicht, dass man seine Sätze quasi zu riechen und zu schmecken meint. Ein filmisch-musikalisches Stück Prosa von zeitgeschichtlicher Relevanz.« Tages-Anzeiger, Zürich