Yitzhak Laor
Foto Itay Ben-Ezra

Yitzhak Laor

Yitzhak Laor, geboren 1948 in Pardes Hanna nahe Haifa, ist Dichter, Bühnenautor, Romancier und Essayist. 1972 verweigerte er den Armeedienst in den besetzten Gebieten. Seine Gedichte, in denen er den Krieg im Libanon verurteilte, und seine Romane wurden von der Kritik begeistert aufgenommen, doch weigerte sich Ministerpräsident Yitzhak Shamir 1990, Laor den Poesiepreis des Ministerpräsidenten zu überreichen. 1992 erhielt er den Bernstein-Poesiepreis, 1994 den Israelischen Literaturpreis. Er lebt in Tel Aviv.

Ausführliche Biografie

Yitzhak Laor wurde 1948 in Pardes Hanna, Israel, geboren. Sein Vater emigrierte 1934 aus Bielefeld, Deutschland, nach Israel, seine Mutter aus Riga, Lettland.

Laor ist Dichter, Bühnenautor, Romancier und Journalist. Er studierte Literatur und unterrichtete an der Universität von Tel Aviv an den Fakultäten für Theater und Film und später an der Jerusalemer Filmschule. Regelmäßig veröffentlicht er Literaturrezensionen in der israelischen Tageszeitung Ha’aretz, zudem schreibt er journalistische Essays über Kultur, Gesellschaft und Politik (z. B. für London Review of Books oder New Left Review).

Als Dienstverweigerer wurde er 1972 verhaftet, weil er sich weigerte, in den besetzten Gebieten Dienst zu leisten. Seine kriegskritischen Gedichte und Romane brachten ihm seit den Achtzigerjahren viel Kritik, aber auch Lob ein. Sein Theaterstück Ephraim kehrt zur Armee zurück parodiert den Antiheldenroman Ephraim kehrt zur Luzerne zurück des bedeutenden israelischen Autors S. Yizhar aus dem Jahr 1948. Laors Stück wurde von der israelischen Zensur verboten, »weil es die Militärherrschaft in Judäa und Samaria herabsetzt«. Schließlich wurde das Stück jedoch vom obersten israelischen Berufungsgericht zur Aufführung zugelassen.

1990 wurde er erneut von der Öffentlichkeit wahrgenommen, weil Ministerpräsident Yitzhak Shamir sich weigerte, den Poesiepreis des Ministerpräsidenten, der Laor verliehen werden sollte, zu unterzeichnen.

Laor gilt als sehr kritischer Dichter, sowohl hinsichtlich seiner Themen als auch seiner Form und seines Stils. Der israelische Kritiker Gabriel Levin schrieb, dass Baudelaires Bemerkung »Das Leben ist ein Krankenhaus« das Motto der Gedichte in A Night in a Foreign Hotel sein könnte, in denen Tod, Krankheit und Entfremdung wie eine tief hängende Wolke über einer Wüstenlandschaft ununterbrochen anwesend sind. Laor ist bekannt für seinen düsteren Blick auf die Menschheit. Seine Beschreibungen, etwa vom Altern seiner Eltern oder des Todes einer jungen Frau nach langer Krankheit, atmen eine große Intimität. Seine Dichtung weckt Assoziationen mit Malerei und Film; seine Kraft ist spürbar, auch wenn er Schmerz und Wut ausdrückt.

1993 wurde er mit dem Bernstein-Preis, 1994 mit dem Israel-Literaturpreis ausgezeichnet. Yitzhak Laor lebt in Tel Aviv.

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    Werke von Yitzhak Laor

    Cover
    »Laor spricht aus ›hundert Mündern‹. Die Geschichten von Frauen und Männern, Juden und Arabern, Tätern und Opfern verzweigen, verlieren sich. Erinnerungen vermischen sich mit Sehnsüchten.«
    Sigrid Brinkmann, Berliner Zeitung
    Cover
    »Yitzhak Laor, das Enfant terrible der israelischen Literatur, hat den vermutlich radikalsten Roman der Saison vorgelegt.« Gunhild Kübler, NZZ am Sonntag