Salim Alafenisch
Foto Klaus Meyer

Salim Alafenisch

Salim Alafenisch wurde 1948 als Sohn eines Beduinenscheichs in der Negev-Wüste geboren. Als Kind hütete er die Kamele seines Vaters, mit vierzehn Jahren lernte er lesen und schreiben. Nach dem Gymnasium in Nazareth und einem einjährigen Aufenthalt in London studierte er Ethnologie, Soziologie und Psychologie an der Universität Heidelberg. Seit Langem beschäftigt er sich mit der orientalischen Erzählkunst. Er liest seine Geschichten nicht vor, sondern erzählt sie frei. Salim Alafenisch lebt in Heidelberg.

Ausführliche Biografie

Der Schriftsteller und Erzähler Salim Alafenisch wurde 1948 als Sohn eines Beduinenscheichs in der Negev-Wüste geboren. Als Kind hütete er die Kamele seines Vaters, mit vierzehn Jahren lernte er lesen und schreiben. 1971 legte er in Nazareth das Abitur ab. Nach einem einjährigen Aufenthalt in London am Princeton College studierte er Ethnologie, Soziologie und Psychologie in Heidelberg, wo er seit 1973 lebt. Salim Alafenisch war von 1984 bis 1989 in der Erwachsenenbildung tätig. Er veröffentlichte mehrere Abhandlungen über die Beduinen. In zahlreichen Lesungen, Rundfunk- und Fernsehsendungen vermittelt Salim Alafenisch ein eindrückliches und lebendiges Bild der Beduinenkultur.

Die Kunst des Geschichtenerzählens hat Salim Alafenisch von seiner Mutter gelernt. Im Zelt seines Vaters, in dem Recht gesprochen und Gäste empfangen wurden, nahm er die Traditionen seines Stammes in sich auf und trägt sie nun weiter. In seinen Geschichten, die sich an Erwachsene, Jugendliche und Kinder richten, erzählt er vom Alltagsleben der Nomaden, von Sitten und Bräuchen der Stämme, von der Geschichte seines Volkes, aber auch vom Zusammenprall von Tradition und Moderne. Zu der geschilderten Welt gehören nicht nur das ungebundene Leben der Beduinen, Zelte und Lagerfeuer, Familienfeste, der nächtliche, zum Träumen anregende Sternenhimmel und die vielfältigen Zeremonien beim Ausschenken des gewürzten Kaffees. Er berichtet ebenso vom Umzug aus dem Zelt in ein steinernes Haus, von den Veränderungen, die der Bau des Suezkanals und die Ankunft von Kolonialbeamten mit ihren neuartigen Gesetzen mit sich brachten. Als bleibende Erinnerung eines in der Wüste geborenen Jungen nennt Salim Alafenisch die Nächte unter einer gemeinsamen Decke mit zweien seiner Geschwister. Der jahrelange allnächtliche Kampf um den Platz in der Mitte habe seine Jugendjahre geprägt – und augenzwinkernd schlägt er den Bogen zur westlichen Welt, in der sich die Politiker auch um den Platz in der Mitte streiten.

Seiner Stammeskultur ist er nach wie vor eng verbunden. Er sagt von sich, dass er nicht zwischen, sondern in zwei Kulturen lebe. Trotz der Situation im Nahen Osten wolle er keine Schreckensbilder zeichnen, denn die abendländische Kultur und das Wissen des Morgenlandes stünden sich nicht feindselig gegenüber, vielmehr befruchteten sie sich seit Jahrtausenden.

Salim Alafenischs Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt.

Stimmen

»Salim Alafenisch erzählt seine Geschichten, und das tut er meisterhaft – märchenhaft, in bester orientalischer Tradition. So plastisch, farbig, dass man fast die Kamele riechen und die raue Zeltwand spüren kann. Seine Geschichten sind manchmal wahr, manchmal ein bisschen wahr. Manchmal geht es um den Zusammenprall von Tradition und Moderne im Orient, manchmal um Politik, doch der Autor will keine großen Interpretationen liefern. Um nicht die eigene Sicht von Zuhörer und Leser einzuschränken. Obwohl er vor Publikum stets frei erzählt (nicht ohne zuvor freundlich gefragt zu haben, ob sich auch wirklich alle wohlfühlen, ob alle zufrieden sind), betont der Autor, wie wichtig Bücher sind. ›Der Stern der Araber sank, als die Bücher nicht mehr im Mittelpunkt standen‹, sagt er. Und: ›Wer liest, lebt zweimal – ohne zweimal zu sterben.‹«

Lara Hausleitner, Fränkische Landeszeitung

»Alafenischs Erzählungen sind verschmitzte Miniaturen, die sich wie ein Mosaik zu einem Gesamtbild formen, das mit Erläuterungen aufgefüttert wird.«

Haller Tagblatt, Schwäbisch Hall

»Seine heiter-melancholischen Geschichten, erzählt in einer ruhigen, schnörkel- und makellosen Sprache, sind glänzende Perlen in einer langen Kette ohne Anfang und Ende.«

Rheinischer Merkur

»Alafenischs Geschichten von klagenden Palmen, von mächtigen Nächten, die Wünsche erfüllen, von süßen Äpfeln aus dem Garten Damaskus, von weisen Kadis und noch weiseren Frauen entführen in eine wunderbare und wundersame Welt.«

Hannoversche Allgemeine Zeitung

»Er erzählt mit Humor und leisem Spott. Die bilderreiche Sprache mag an eine Märchenerzählung erinnern, doch sie verbirgt nicht den Ernst und die Tragik im Leben dieses Volkes.«

Literatur-Nachrichten

»Wo auch Salim Alafenisch seine Geschichten aufleben lässt, verzaubert er.«

Stuttgarter Nachrichten

»Kommt also her ihr Löwen, genießt die Glut der Ziegenperlen und Kameläpfel im Zelt, den Duft von Kardamomkaffee, hört einfach zu, während der Winterregen draußen friert und die Geliebte ihre Sachen packt, hört Salims Rede ...«

Listen

»Es sind vielleicht auf den ersten Blick nicht die drängendsten Fragen, die der seit 1973 in Heidelberg lebende Schriftsteller stellt. Und doch dienen sie Salim Alafenisch als perfekte Vehikel, um auf anschauliche Weise Grundwerte und zentrale kulturelle Praktiken einer anderen Kultur zu vermitteln. Verpackt in einen mühelos wirkenden, freien Erzählstrom sind die Geschichten und eingeflochtenen Erläuterungen des kulturellen Mittlers Salim Alafenisch alles andere als trockene Landeskunde oder theorielastige Kulturwissenschaft – alle Erzählungen sprechen zunächst Herz und Humor an.«

Süddeutsche Zeitung, München

»Da legt Salim Alafenisch Wert drauf: Er erzählt keine Märchen, sondern Geschichten, obwohl die, frei vorgetragen, eher märchenhaft rüberkommen. Die Beduinen sind eben schon seit jeher gute Geschichtenerzähler. Sie haben seit Generationen die wahren Ereignisse im Märchengewand ihren Kindern und Kindeskindern weitergegeben. Er gehört zu den besten Geschichtenerzählern Deutschlands. Und obwohl er erst mit 25 Jahren die deutsche Sprache gelernt hat, schreibt er nicht nur flüssig, sondern auch anschaulich und fesselnd, so wie in seinem letzten Buch ›Die Feuerprobe‹.«

Karla Sommer, Rhein-Neckar-Zeitung, Heidelberg

»Riesenandrang herrschte anlässlich der Veranstaltung mit Salim Alafenisch, dem Sohn eines waschechten Beduinenscheichs, der faszinierende, fremdartige und geheimnisvolle Geschichten aus seiner Heimat erzählte.«

Doris Huhn, Main-Echo

Dokumente

Salim Alafenisch: »Kleine Kerzen in der Dunkelheit zünden« 
Gedanken zum Nahostkonflikt. Ein Interview

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    Werke von Salim Alafenisch

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    »Heiteres, Tragisches, Erotisches, vermischt mit einer Prise Magie.« Sandammeer.at

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    »Ein Mann ist nicht wie ein Kleid, das man beliebig austauschen kann. Mit ihm verbringst du ein ganzes Leben, das will gut überlegt sein.«
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    »Verpackt in einen mühelos wirkenden, freien Erzählstrom sprechen Alafenischs Geschichten Herz und Humor an.« Süddeutsche Zeitung
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    Salim Alafenisch erzählt eine Geschichte, die wie ein Zauber klingt, aber wahr ist. Als Kind hat er sie selbst erlebt.
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    »Ein langer, farbiger Traum.« Klio
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    Salim Alafenisch erzählt vom Triumph der Liebe über den Zyklus der Natur. »Alafenischs Sprache – ein bunter, kunstvoll gewebter Teppich.« Mittelbayerische Zeitung
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    »Die Märchen von Salim sind nicht allein eine Einführung in das Reich von Tausendundeiner Nacht. Sie wollen aufklären über die Kultur und Denkweise im Orient.« Stuttgarter Zeitung
    Cover
    »Salim Alafenischs Erzählungen fließen ruhig. Der Weg ist das Ziel, die Lust am Erzählen und nicht die Kunst des Beendens bestimmt die eigenwillige Spannung dieser Geschichten. Beduinen sterben nicht am Herzinfarkt.« Die Zeit