Nagib Machfus

Der letzte Tag des Präsidenten

Roman
Aus dem Arabischen von Doris Kilias
»Mit wunderbar leichter Hand geschrieben - wie sie nur wenige Autoren auf dem Gipfel ihrer Meisterschaft erlangen.« Sabine Kebir, Freitag
Taschenbuch
broschiert
In anderer Ausstattung lieferbar
UT 248
128 Seiten
ISBN 978-3-293-20248-1
€ 7.90 / sFR. 12.90
Unionsverlag
In den Cafés, wo die alten Nasseristen sich versammeln, brodelt es. Das neue Regime unter Sadat hat die Geschäftemacher, Karrieristen und Großgrundbesitzer an die Macht gebracht. Seit der großen »Wende« verdienen nicht einmal jene genug, die sich an zwei Jobs abrackern. Die Fundamentalisten bauen ihre Camps auf, die Neureichen feiern Bankette.
Randa und Alwan sind schon seit Jahren verlobt und werden nie genug sparen können, um sich die Hochzeit zu leisten. Zermürbt und verzweifelt trennen sie sich und suchen das Glück auf eigene Faust. An der großen Siegesparade zum Jahrestag des Oktoberkriegs sitzt das ganze Land vor dem Radio oder Fernseher. Es fallen Schüsse - die Übertragung wird unterbrochen, der Präsident ist ermordet worden. Dieses Ereignis findet seinen tragischen Widerhall im Leben der Liebenden.
Dieser Roman ist einer der jüngsten von Nagib Machfus. mit höchster Konzentration und Dichte zeichnet er das Lebensgefühl der Ära Sadat.

Stimmen

Ein kleines schmales Meisterwerk.

Badisches Tagblatt, 12.04.2002

Machfus zeichnet hier ein sehr düsteres Bild einer Epoche der ägyptischen Geschichte, die wir in Europa ganz anders miterlebt haben; er zeichnet es aus dem Blickwinkel der kleinen Leute und benützt dazu das Mittel der wechselnden Erzählperspektive, wodurch die Darstellung noch mehr Spannung und Tiefenschärfe gewinnt. Zu empfehlen.

Georg Bergmeier, Buchprofile, 01.01.2002

›Der letzte Tag des Präsidenten‹ ist ein tieftrauriger Roman, in den kein Schimmer von Hoffnung fällt. Ein trostloseres Bild seiner Heimat als in diesem lapidaren Nachruf auf die Ära Sadat hat Nagib Machfus in seinem Werk nicht gegeben.

Karl-Markus Gauß, Süddeutsche Zeitung, München,

Zwei Königskinder in Armut. Alwan und Randa können nicht zueinanderkommen. Wie paralysiert, wie unter der Glasglocke erlebt die Familie den Alltag, die allmähliche Selbstentfremdung, die Einsamkeit im alten Haus, von den Häuser-Riesen der neuen Zeit umzingelt.

Cornelia Zetzsche, Bayerischer Rundfunk »Kultur aktuell«,

Wer den Islam verstehen will - hier findet er auf unterhaltsame Art die Möglichkeit.

Prisma, 27.10.2001

Diese ergreifende Liebesgeschichte dieser ›ägyptischen Königskinder‹ vermittelt mehr von der politischen Brisanz im Nilstaat als viele zeitgeschichtliche Kommentare. Exemplarische Literatur für die ganze muslimische Welt.

Harald Loch, Braunschweiger Zeitung,

Eine unbarmherzige Abrechnung mit dem Regime Anwar as-Sadats.

Matthias Peter, Thurgauer Zeitung, 31.08.2001

Nagib Machfus hat seinem Roman eine geradezu geometrische Ordnung gegeben, die Beschreibungen von Familienszenen und Begebenheiten am Arbeitsplatz oder in Caféhäusern bekommen eine tagebuchähnliche Intimität.

Joachim Dicks, NDR 4,

Eine Geschichte , die in ihrer Dichtheit ihresgleichen sucht.

Hamburger Nachrichten, 26.01.2002

Der Roman besteht aus Berichten der Liebenden und ihren Angehörigen, so dass man beim Lesen dicht am Geschehen ist – ein Buch, das Geschichte und Fiktion geschickt miteinander verknüpft.

Kontinente, Köln, 01.05.2004

Wie sehr privater und politischer Alltag sich durch Terroranschläge verändern und einander bedingen zeigt der bedeutendste ägyptische Romancier der Gegenwart.

Helmuth Fried, Wochenschau, Neustadt, 01.02.2003

Ein überzeugender Roman des ägyptischen Literaturnobelpreisträgers (1988), der uns prägnant die Zeitumstände während der Regierung Präsident Sadats zeigt, als Karrieristen und Geschäftemacher an die Macht gelangten.

Gerhard Altmann, Buchkultur, Wien, 01.04.2003

Ein mitreißender Roman über das Festhalten am Traum von Liebe und Glück und über die allmähliche Einsicht, dass es sich dabei um einen unerreichbaren Traum handelt.

Peter Schneeberger, SF2 Teletext, 24.01.2002

Das Tragische und zugleich Heroische an Machfus' Figuren ist, dass sie trotz des enormen wirtschaftlichen Drucks den moralischen Anspruch, der ihnen von der islamischen Tradition vermacht wurde, nicht aufgeben wollen.

Stefan Weidner, Frankfurter Allgemeiner Zeitung, 27.10.2002
 

Nachrichten

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Andere Werke von Nagib Machfus

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Über den Aufbruch der ägyptischen Jugend
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»Mit einer unerschöpflichen, augenzwinkernden Fabulierkunst mischt Machfus Fantastisches mit Profanem.« Regina Karachouli, Sächsische Zeitung
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»Packende Dialoge, ein fundierter Einblick in die ägyptische Gesellschaft und eine Innenschau in die Seelenlage der Menschen, deren Ideale und Schwächen.« Special to Review
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»Träume sind eine Realität, in der die Grenzen des Alltäglichen nicht mehr existieren.« Nagib Machfus
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Die schöne Kurtisane Radubis, von der schon Herodot berichtete, wird in Nagib Machfus’ Roman zur zentralen Figur in einem groß angelegten Panorama des alten Ägypten.
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Eine vergangene Welt wird lebendig mit ihren Palästen und Tempeln, Priestern und Sklavinnen, Handwerkern und Beduinen.
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Eine abenteuerliche Reise zum Ende der Welt und eine Reise zum eigenen Selbst. Machfus nimmt sich die großen Reisenden aus der Blütezeit des Islam zum Vorbild für Ibn Fattumas Entdeckung ganz und gar heutiger Lebensentwürfe und Utopien.
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»Was geht dich das alles an? Warum sitzt du hier herum und hörst Dir Dinge an, die dich einen Dreck kümmern?«
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Ein farbenprächtiges Kaleidoskop, in dem eine ganze Epoche und ihre Menschen lebendig werden.
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»Zwischen Himmel und Erde, zwischen Gold und Dornen gibt es zahlreiche Wege.« Nagib Machfus
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»Gewiss ist dieses Alterswerk auch als ein Credo des ägyptischen Nobelpreisträgers zu lesen, der als Achtzigjähriger bekannte, er spüre, dass die Grundlage seines Lebens auf Erden einzig die Liebe war.« Sächsische Zeitung
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»Mit der Weisheit des Alters und einer unerschlöpflichen, augenzwinkernden Fabulierkunst mischt Machfus Phantastisches mit Profanem.« Regina Karachouli, Sächsische Zeitung
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»Wer dieses Werk liest, wird mit Vergnügen und Dankbarkeit Erkenntnis finden - durch etwas, das als wunderlicher Anachronismus gilt: Weisheit. Machfus besitzt sie.« Nadine Gordimer
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»Pflichtlektüre nicht nur für Amtsstuben!« Dresdner Neueste Nachrichten
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»Als ich begann, Romane zu schreiben, hielt ich die europäische Form des Romans für unantastbar. Aber man wird älter und sieht die Dinge anders. Und man sucht nach einem eigenen Ton, ganz tief in sich selbst.« Nagib Machfus
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Der dritte Band der Kairo-Trilogie: »Reich die Zusammenhänge der religiös-sozialen Lebensabläufe, tief die einfließende Psychologie, modern der trotzig aufbegehrende innere Monolog, lebendig Licht und Schatten.« Die Presse, Wien
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»Nagib Machfus' Novellen sind wie Klangproben, manchmal auch wie eine Fermata, wie ein Anlauf auf ein neues Orchesterwerk, auf einen neuen Roman.« Neue Zürcher Zeitung
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Der zweite Band der Kairo-Trilogie: »Nirgends zuvor hat sich ein arabischer Autor mit soviel Selbstironie an Sentimentales gewagt, mit soviel Augenzwinkern und derber Komik, Lust und Gier beschrieben.« Berliner Zeitung
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»In seinem allegorischen Realismus stellt das Buch eine scharfe Anklage dar gegen die geistigen Verführer, die aufwiegeln, statt aufzuklären, und dann zu Verrätern werden.« Frankfurter Rundschau
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Der erste Band der Kairoer Trilogie: »Der Baedeker zu Ägyptens Seele.« Newsweek
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»Es ist nicht unbedingt die Norm, dass eine Rezensentin bei dem Werk eines Nobelpreisträgers zuerst die rechte und dann erst die linke Seite liest, weil sie es nicht aushalten kann vor Spannung.« Schweizer Bibliotheksdienst
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»Über kein anderes Buch ist so viel Tinte geflossen wie über diese Parabel, die jahrzehntelang Kontroversen und leidenschaftliche Debatten ausgelöst hat.« Süddeutsche Zeitung
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»Die sensibel geschilderten Protagonisten des Romans vermitteln mehr Erkenntnisse über den Zustand Ägyptens als Hunderte von Artikeln und Fernseh-Dokumentationen es je vermochten.« Süddeutsche Zeitung, Stuttgart
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»Die Gasse ist für mich das Symbol für die ganze Welt, und je nachdem, wie ich sie haben wollte, habe ich sie geformt.« Nagib Machfus

Bibliografie

Originaltitel: Yawm qutila al-za'im (Kairo, 1985)
Originalsprache: Arabisch
Erstauflage: 15.02.2003
Auflage: 1