Pepetela

Jaime Bunda, Geheimagent

Kriminalroman
Aus dem Portugiesischen von Barbara Mesquita
Pepetela, Angolas großer Schriftsteller, überrascht mit einem funkelnden Polit-Thriller, der Furore macht.
Hardcover
gebunden
Als Taschenbuch lieferbar
384 Seiten
ISBN 978-3-293-00339-2
€ 19.90 / sFR. 35.90
Unionsverlag
 Taschenbuch
€ 9.90 / sFR. 14.90

Seit zwei Jahren sitzt Jaime Bunda, Geheimdienstpraktikant in Luanda, untätig auf seinem dicken Hintern und beneidet seine Kollegen, die Diensthandys und Dienstautos haben und schon gleich nach dem Frühstück Dienstwhisky kippen dürfen. Nach einem Mord an einem jungen Mädchen wird für die Ermittlung ein besonders einfältiger Polizist gesucht, damit man der Polizei nicht Untätigkeit vorwerfen kann. Jaime Bunda stürzt sich mit Feuereifer in seinen ersten Fall und tritt in die Fußstapfen seines Idols James Bond. Doch es geschieht genau das, was man eigentlich verhindern wollte: Jaime Bunda findet nicht nur den Schuldigen, sondern versetzt mit seiner Untersuchung auch die gesamte Elite in Luanda in Aufruhr, einer Stadt, in der man leichter eine Kalaschnikow findet als einen ehrlichen Beamten.

Stimmen

Das Amüsanteste und Geistreichste, was ich seit langer Zeit gelesen habe.

Peter Koj, Portugal-Post, Portugiesisch-Hanseatische Gesellschaft, Hamburg, 01.12.2006

Die Krimihandlung um den angeblichen Polizisten ist nur ein Vorwand: die Leser/-innen streifen durch Luanda (Angola), sehen Libanesen, Syrer oder Pakistani als Immigranten aus Westafrika und dem Orient. Literatur u.a. als Aufforderung, eigene Formen für das Zusammenleben zu finden und nicht nur politische Systeme zu kopieren, wie es zur Zeit der Unabhängigkeitsbewegungen in den 60er Jahren der Fall war.

Theba Mirwald, Verband evangelischer Büchereien in Hessen und Nassau, Darmstadt, 01.10.2006

Es macht richtig Spaß, den Agenten bei seinen Bemühungen zu verfolgen, auch weil die Figur nicht nur in komischen Situationen funktioniert. Denn plötzlich ist der Mordfall in den Hintergrund geraten und Jaime muss sich mit einem dubiosen arabischen Pärchen und einer Geheimdienst-Intrige herumschlagen. Was zuvor mit Humor angedeutet wurde, bekommt nun Wucht: In Angola sind die Machtstrukturen besonders brüchig.

Johannes Göbel, Abendzeitung, München, 12.06.2006

Ein witzig geschriebener und unterhaltsamer Roman, der höchsten literarischen Ansprüchen genügt.

Trigon Film-Magazin, Wettingen, 31.08.2005

Die Verknüpfung von Gesellschaftskritik und kriminalistischer Spannung, dazu die stilistische Gewandtheit und der Sprachwitz des Autors machen diesen Roman zu einer faszinierenden Lektüre.

Fridolin Furger, Der Landbote, Winterthur, 27.08.2005

Pepetela erzählt eine Mischung aus Schelmenstück, Agentenparodie und Polizeiroman.

Ralf Koss, Kieler Nachrichten, 02.08.2005

Ein äußerst unterhaltsames Buch. Es gibt nur wenige Kriminalromane der letzten Jahre, die mit so viel Humor geschrieben sind wie dieser.

Gert Eisenbürger, Inkota-Brief, Berlin, 01.06.2005

Mit seinen vier auch sprachlich unterschiedlichen Erzählstimmen schafft er einen unterhaltsamen und doch informationsreichen Text über das postsozialistische Angola – mit all seinem exotischen Reichtum, seinen chaotischen Lebensmöglichkeiten und politischen Machenschaften.

Neue Zürcher Zeitung, 28.05.2005

Pepetela verbindet in seinem Roman Vergnügen mit Aufklärung. Die Handlung verläuft trotz aller Verwicklungen und Winkelzüge schlüssig und zügig, und die Ironie des Autors tut der Lektüre gut. Pepetelas Sprache ist präzise, schnörkellos, klar und nicht verkünstelt, kurzum so, wie es von einem Krimi zu erwarten ist.

Manfred Loimeier, Neues Deutschland, Berlin, 23.04.2005  Online einsehen

Pepetela nimmt die politische und gesellschaftliche Realität Angolas mit den Mitteln der Literatur aufs Korn. In seinem hoch gelobten Roman ›Mayombe‹ aus dem Jahr 1979 verarbeitete er seine Erfahrungen als weißer Guerillero unter schwarzen Befreiungskämpfern. Geheimagent Jaime Bunda ist für Pepetela jetzt der Mittelsmann, mit dessen Hilfe er sein Publikum in das Panoptikum afrikanischer Apparatschiks der Nachkolonialzeit eintreten lässt, die ihr Land mit einem Netz aus Unwissenheit, Unfähigkeit und Brutalität überzogen haben.

Gaby Mayr, Deutschlandfunk, 15.04.2005

Der von Barbara Mesquita mit offenkundigem Gusto und Wortwitz aus dem Portugiesischen übersetzte Krimi ist zugleich eine bisweilen zynische Sozialsatire und ein anschaulich geschriebenes, lokalkoloritreiches Kulturporträt aus Angola.

Ralph Umard, tip, Berlin, 10.03.2005

So ungeschickt Bunda durch das Buch schlingert, so kunstvoll-ironisch webt Pepetela Handlung und Kulisse um den Antihelden.

Begegnung der Kulturen, Stuttgart, 01.03.2005

Abgesehen von Spannung, Witz und Action: Wer sich mit dem Geheimagenten Jaime Bunda auf die Fährte begibt, den belohnt ein spannender Einblick in ein kaum bekanntes Land.

Jan-Jesse Müller, Sonntagsblick, Zürich, 30.01.2005

Mit seinem Ausflug in das Krimi-Genre bietet uns der angolanische Erfolgsautor Pepetela nicht nur einen vergnüglichen und spannenden Plot, sondern auch viel Lokal- und Sozialkolorit aus seiner von zahlreichen politischen und wirtschaftlichen Umbrüchen erschütterten Heimat.

Karsten Hermann, Neue Osnabrücker Zeitung, 08.01.2005

Es gibt wenige Kriminalromane der letzten Jahre, die mit soviel Humor geschrieben sind wie dieses Buch. Dabei ist es weit davon entfernt, eine flotte Story, garniert mit ein paar voraussehbaren Gags, zu liefern. Vielmehr zeichnet Pepetela, einer der wichtigsten zeitgenössischen afrikanischen Autoren, ein ebenso spannendes wie differenziertes Bild des gegenwärtigen Angola. Nicht verpassen!

Gert Eisenbürger, Schnüss, Bonn, 01.01.2005

Ein intelligentes Vergnügen!

Frithjof Kammerer, Bücherschau, Wien, 31.12.2004

Der Roman ist wunderbare Unterhaltung und gibt gleichzeitig einen interessanten Einblick in die angolanischen Verhältnisse.

Eberhard Wenzel, Amnesty International, Darmstadt, 31.12.2004

Die mitreißend schwadronierte Story vom faulen, fetten, krimibesessenen Neffen eines wichtigen Mannes, der in die heimischen Wespennester aus Korruption, Patronage und Selbstbereicherung trampelt.

Tobias Gohlis, Die Zeit, Hamburg, 30.12.2004

Ein raffinierteres Feuerwerk der Ironie, das der angolanische Autor Pepetela hier loslässt, wird einem nur selten geboten.

Matthias Busch, Münchner Merkur, 18.12.2004

Pepetela hat mit Jaime Bunda so etwas wie einen schwarzen Schwejk geschaffen, dem man gern wiederbegegnen würde.

Der Standard, Wien, 18.12.2004

Ein Krimi? Ja. Aber nicht nur. Ab und zu mischt sich Pepetela selbst mit bissigen Kommentaren ein. Und zwischendrin wechselt für ein paar Kapitel kurzerhand sogar mal der Erzähler. Muntere Sache also.

Harff-Peter Schönherr, Stadtblatt, Osnabrück, 01.12.2004

Ein wortmächtiges, vielstimmiges Sittenbild, dessen Hauptfigur, ein schwarzer Praktikant beim Geheimdienst, durch die zerrissene, post-moderne Gesellschaft Angolas führt.

Ulrich Noller, Stadtrevue, Köln, 25.11.2004

Mit seinem ersten Ausflug in das Krimi-Genre bietet uns der angolanische Erfolgsautor Pepetela nicht nur einen vergnüglichen und spannenden Plot, sondern auch viel Lokal- und Sozialkolorit aus seiner von zahlreichen politischen und wirtschaftlichen Umbrüchen erschütterten Heimat.

Karsten Hermann, Titel-Magazin, Karlsruhe, 22.11.2004  Online einsehen

Es könnte sich um die Verhohnepieplung jeglicher Geheimdiensttätigkeit handeln, wäre nicht zu befürchten, dass der Autor nichts als die blanke Wahrheit über seinen Protagonisten Bunda (›mit dem dicken Hintern‹) und die gegenwärtige Situation im postsozialistischen Angola aufgeschrieben hat.

Jan Eik, Neues Deutschland, Berlin, 21.11.2004

Ein seismographischer Bericht aus dem Abseits des Kapitalismus. Pepetela erzählt wortmächtig, assoziativ, bildstark, witzig und kompromisslos postmodern. Seine Krimigeschichte versteckt dieser Autor nicht nur zwischen hunderten Geschichten in der Geschichte. Er bedient sich auch noch vier verschiedener Erzähler, mit deren Hilfe er den roten Faden der Geschehnisse einigermaßen zuverlässig im Auge behält, wobei er an die mündlichen Erzähltraditionen Afrikas ebenso anknöpft wie an die der westlichen Genreliteratur. Ein besonderes Buch also: kein straff konstruierter, ökonomisch geschriebener Krimi, sondern eher eine Art Schatzkiste – etwas chaotisch, aber funkelnd und überbordend vor Witz, Geist und Lust am Erzählen.

Ulrich Noller, WDR5, 03.11.2004  Online einsehen

Pepetela, bekanntester und wichtigster Autor Angolas, nutzt die Form des spannenden Krimis, um eine Zustandsbeschreibung der angolanischen Wirklichkeit zu transportieren. Vom scheinbar naiven Jaime Bunda erzählt, entwickelt sich aus seiner Akzeptanz der Zustände unterschwellige Komik. Ist Pepetela die Komik nicht deutlich genug für das, was er berichten will, wechselt er einfach den Erzähler aus. Es gibt insgesamt vier, mitunter greift der Autor selbst kommentierend in das Geschehen ein.

Eva Massingue, Literatur Nachrichten Afrika, Asien und Lateinamerika, Frankfurt, 01.11.2004

Thriller und Politsatire in einem: Autor Pepetela ist ein großer Wurf gelungen.

Wien Live, 31.10.2004

Ein neuer Detektiv aus Angola ist zu entdecken.

Buchmedia Magazin, Wien, 31.10.2004

Eine brillante Politsatire, die königlich unterhält und Einblick in Angolas Wirklichkeit gibt.

Schweizer Familie, 28.10.2004

Eine lohnende Lektüre voller Komik und Spannung.

Dietmar Adam, Borromäusverein, Bonn, 18.10.2004

Pepetela setzt uns in diesem Buch eine Figur mit Kultcharakter vor. Der Roman zeigt Ineffizienz und Korruption in Afrika auf eine augenzwinkernde und listig-lustige Art und Weise. Und weil diese noch lange nicht ausgemerzt sind, ist eines sicher: Jaime Bunda kommt wieder ...

Gregor Patorski, 20 minuten, Zürich, 14.10.2004

Pepetela ist ein wunderbarer Erzähler, aus dessen Zeilen der eigene Spaß am Schreiben den Leser förmlich anspringt.

Lars Schafft, www.krimi-couch.de,   Online einsehen

Selbstverständlich nutzt ein großer Schriftsteller wie Pepetela (hübsches Pseudonym des 63-jährigen angolanischen Soziologen) die Geschichte als Folie für ein Gesellschaftspanorama, spielt virtuos mit Erzählebenen und liefert nebenbei einen brillant-verschmitzten Kriminalroman, der eigentlich all die mittelmäßigen angloamerikanischen CIA- und Dritte-Welt-Thriller von der Bestesellerliste fegen müsste.

Berliner Zeitung, 30.09.2004

Aus dem prallen Leben gegriffen, ein Krimi mit satirischen Zügen, aber gleichzeitig ein fesselnder Bericht über den Alltag in einem Land, das seinen postkolonialen Bürgerkrieg noch bewältigen muss.

13.09.2004 , Badische Neueste Nachrichten,

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Andere Werke von Pepetela

Bibliografie

Originaltitel: Jaime Bunda, Agente Secreto (2001)
Originalsprache: Portugiesisch
Erstauflage: 21.07.2004
Auflage: 1