Nagib Machfus

Die Reise des Ibn Fattuma

Roman
Aus dem Arabischen von Doris Kilias
Eine abenteuerliche Reise zum Ende der Welt und eine Reise zum eigenen Selbst. Machfus nimmt sich die großen Reisenden aus der Blütezeit des Islam zum Vorbild für Ibn Fattumas Entdeckung ganz und gar heutiger Lebensentwürfe und Utopien.
Taschenbuch
broschiert
Sofort lieferbar
UT 368
192 Seiten
ISBN 978-3-293-20368-6
€ 8.90 / sFR. 12.90
Als Junge träumte Ibn Fattuma davon, es den großen Reisenden gleichzutun und die ganze Welt zu erforschen. Als Erster wollte er bis zum sagenumwobenen Gaballand vordringen, von dem niemand genau weiß, wo es liegt. Den erwachsen gewordenen Ibn Fattuma treiben schließlich nicht die Abenteuer- und Entdeckerlust in die Welt hinaus, sondern Liebeskummer. Er schließt sich einer Handelskarawane an und hofft, auf dem langen Weg durch die Wüste seine Enttäuschung zu vergessen. Doch die Reise durch fremde, heidnische Länder mit ihren unbekannten Sitten und Gebräuchen wird immer mehr zu einer Begegnung mit sich selbst und führt ihn zu den Grundfragen des Seins.
Nagib Machfus nimmt uns in diesem märchenhaften Roman mit in ferne, vergangene Welten, die erstaunlich gegenwärtig sind – und er zeigt uns, wie absurd es ist, in einer Ideologie sein Glück zu suchen.

Stimmen

Selbst wenn Machfus mit dem bereits 1983 auf arabisch erschienenen, gerade heute aktuellen und lesenswerten Buch vor allem ein politisches Märchen geschrieben hat, so ist ›Die Reise des Ibn Fattuma‹ gleichzeitig eine Reise zu sich selbst. Das Politische ist darin immer auch privat, und das Private immer auch politisch.

Joel Fokke, Neues Deutschland, 26.05.2005

Weisheit ist eine Sorte Erkenntnis, die sich nicht aus dem akrobatischen Gebrauch von Begriffen ableiten läßt, sondern auf die Lebenswirksamkeit des Denkens zielt. In allen Ländern, die Ibn Fattuma bereist, trifft er sich mit dem obersten Intelligenz-Priester. Es sind geistreiche Leute, die ihr Geld als Weltanschauungsberater der Macht verdienen. Auch bei uns gibt es diese Spezies. Wenn sie sich nicht gerade die Wunden lecken nach mörderischen Stellungskriegen mit solchen Barbaren wie den Rechtschreibereformern, dann preisen sie auf Ruhmeskanzeln das Abendland als Gipfel der Zivilisation und sie träumen davon, den Rest der Menschheit an ihrem Glück teilhaben zu lassen. Nach der Lektüre von Nagib Machfus dämmert uns, die Aufklärung könnten wir noch mal gebrauchen. Doch ziemlich sicher, wird sie nicht aus der hiesigen Intelligenzproduktion erwachsen.

Walter van Rossum, Deutschlandfunk, Köln, 11.02.2005

Mit einem Augenzwinkern, nicht als Eiferer, geht Machfus seiner Passion nach – der Enttarnung von Religion als heiliger Spuk.

Prisma, Köln, 13.11.2004

Skeptisch, ja pessimistisch beurteilt Nagib Machfus die konkurrierenden Gesellschaftssysteme der Gegenwart, sodass nur die Verantwortung des einzelnen Menschen für sich selbst als Hoffnung bleibt.

Hans-Dieter Grünefeld, Buchmagazin, Wien, 01.11.2004

Der Reise- wird so auch zum Reifeprozess. Ein Lesevergnügen ist es ohnehin, das neue Buch von Machfus.

Schwarzwälder Bote, 31.10.2004

Religiöse, philosophische und politische Gedanken fließen ineinander und werden die Leser noch lange beschäftigen.

Dietmar Adam, Borromäusverein, Bonn, 18.10.2004

Nagib Machfus erzählt hier in fast märchenhaftem Ton, bei ihm ›lächelt noch die Morgenröte‹. Umso klarer ist die Lehre, die diese morgenländische Fabel vermittelt: Für Demokratie und Menschenrechte.

Peter Meier, Blick, Zürich, 13.10.2004

Ibn Fattumas Reise wird zur Reise des Lesers. Und wie Ibn träumt er von Gaballand, jenem Land der Vollkommenheit, das außer der Sehnsucht noch nie jemand gesehen hat.

U. Strohal S. Strobl, Tiroler Tageszeitung, 12.10.2004

Eine schöne Allegorie in Form eines Reisetagebuchs, leise, zurückhaltend und voller Energie.

Der Standard, Wien, 09.10.2004

Eine Reise, die die Erfahrung von Freiheit und Gefängnis, Liebe, Ehe, Kinder und Tod umschließt und den Reisenden mehr und mehr erkennen lässt, wie fehlerhaft das Land seiner Herkunft, das ihm zunächst noch als beste aller möglichen Welten erschienen, war, doch ist.

Brigitte Schwens-Harrant, Die Furche, Wien, 07.10.2004

Machfus jongliert meisterhaft, hält das Ende in der Schwebe und bleibt gerade hinsichtlich der Orte, Personen, Begehrlichkeiten und Sehnsüchte von hoher Abstraktion und Eindringlichkeit.

Andreas Burkhardt, tip, Berlin, 07.10.2004

Natürlich ist das Reisen als Weg zur Selbsterkenntnis ein uraltes Thema, aber Machfus fügt ihm mit seiner Geschichte eine politisch aktuelle Note hinzu.

Ralf Bosen, Deutsche Welle, 06.10.2004

Ein selbstkritisches islamisches Märchen, nachdenklich, leichtfüßig und bezaubernd.

Catherine Newmark, Berliner Zeitung, 05.10.2004

Ein kluges und einfaches Buch, eine Art arabischer ›Candide‹, voller Hoffnung auf ein Paradies der Erkenntnis und voller Skepsis gegenüber seinen Verheissungen.

Tages Anzeiger, Zürich, 05.10.2004

›Traum und Tat gehören zusammen wie Anfang und Ende‹, heißt es an einer der zentralen Stellen des Romans. Es ist schnell klar, dass der Roman zum modernen Märchen gerät, mit wundersamen Wendungen, plötzlich aus dem Nichts schießenden Abenteuern, mit Prüfungen aller Art. Und die Reise des Ibn Fattuma wird zur lebenslangen Wanderschaft, die dem Held die Begegnung mit den unterschiedlichsten Kulturen und Religionen, aber auch politischen Systemen beschert.

Susanne Schaber, ORF - Ex Libris, 05.10.2004

Die Geschichte des Ibn Fattuma darf also als kleiner, aber feiner philosophischer Wegweiser ohne erhobenen Zeigefinger entschlüsselt werden. Die Weisheit liegt so zu sagen am Wegesrand.

Helena Sabbagh, Das Parlament, Berlin, 04.10.2004

Der Vergleich mit den fremden Sitten und Herrschaftsformen macht ihm immer wieder bewusst, wie sehr Unterdrückung, Unrecht, Heuchelei und religiöse Intoleranz das Leben in seinem Land bestimmen.

Fridolin Furger, Der Bund, Bern, 04.10.2004

Fattuma erinnert an Voltaires Candide auf der Suche nach der besten aller Welten.

Volker S. Stahr, Hamburger Abendblatt, 02.10.2004

Mit pädagogischem Zartgefühl führt Machfus seinen Landsleuten vor Augen, welche Vorzüge ein liberaler Islam haben könnte – ein aktuelles Desiderat. Der Aufklärer möchte in die Breite wirken. Machfus' Mut zur Bescheidenheit verdient Hochachtung.

Ludwig Ammann, Badische Zeitung, 02.10.2004

Märchenhaft schön, Balsam für Geist und Seele und ein scharfsinniges Plädoyer für die Freiheit des Glaubens.

büchermenschen, München, 01.10.2004

Überall lauern Weltentwürfe, und überall vertreiben Kriege den Reisenden. Ibn Fattuma wird im Räderwerk der Macht gewalkt.

Lothar Schröder, Rheinische Post, Düsseldorf, 29.09.2004

Wir lesen also die Ich-Erlebnisse eines Jünglings, der von zuhause auszieht, um in fernen Ländern Weisheit über Politik, Philosophie und Religion zu erlangen, und müssen doch wissen, dass jeder Satz, jedes noch so kleine Geschehnis von gleichnishafter Bedeutung ist. Unter jedem Satz lauert enigmatische Weisheit. Sie zu entdecken ist die Freude an dieser großen Literatur.

Stefan M. Dettlinger, Südkurier, Baden-Württemberg, 20.09.2004

Weise und märchenhaft zugleich formuliert Nagib Machfus seine Kritik an der Diktatur, aber auch an der Demokratie. Als Skeptiker glaubt er nicht an die Vollkommenheit der Menschen, als Geschichtenerzähler hofft er darauf. Am Ziel seiner Reise bleiben mehr Fragen als Antworten. Gerade das macht dieses Buch lesenswert.

Jan-Jesse Müller, Sonntagsblick, Zürich, 22.08.2004

Dieser muslimische Humanist war seiner Zeit voraus, ohne davon grosses Aufheben zu machen. Die postmodernen Pirouetten eines Salman Rushdie sind seine Sache nicht, die elitäre Verkomplizierung des Erzählens unterbleibt: Dieser Aufklärer möchte in die Breite wirken. ›Die Reise des Ibn Fattuma‹ ist bewusst niederschwellig gehaltene Weisheitsliteratur, die weniger gebildete Leser nicht ausschliesst vom grossen geistigen Abenteuer des Romans. Dieser Mut zur Bescheidenheit verdient Hochachtung.

Ludwig Ammann, Neue Zürcher Zeitung, 21.08.2004

Eine anspielungsreiche, leichtfüssige Lektüre, ideal, um diesen bedeutenden Autoren kennen zu lernen.

Martin Frischknecht, Spuren, Winterthur, 01.09.2004

Der kleine Roman des ägyptischen Nobelpreisträgers lockt den Leser zu einer Reise in die Gefilde von Freiheit und Weisheit.

Hörzu, Hamburg, 07.08.2004

Ein Land, in dem die Liebe frei ist. Ein Land, in dem jede Religion Respekt erfährt: Der junge Ibn Fattuma kommt aus dem Staunen nicht heraus. Der kleine Roman des ägyptischen Nobelpreisträgers lockt den Leser zu einer Reise in die Gefilde von Freiheit und Weisheit.

Hörzu, Hamburg, 07.08.2004

Nagib Machfus führt in diesem märchenhaften Roman in ferne, vergangene Welten, die erstaunlich gegenwärtig sind.

Pforzheimer Zeitung, 04.08.2004

Und wieder ist man überrascht von der literarischen Wandlungsfähigkeit des ägyptischen Nobelpreisträgers. Dieses Werk bietet einen wahren Fundus an heiter und nachdenklich stimmenden Erwägungen über die endlose Sinnsuche der Menschheit.

Regina Karachouli, Sächsische Zeitung, 31.07.2004

Mit großer Lakonie und Distanz zu seinen Figuren erzählt Machfus die Geschichte des lebenslang Reisenden. Die Gelegenheiten zu orientalisch-fabulierender Ausschmückung lässt er konsequent ungenutzt, was beinahe den Eindruck von Spröde vermittelt, ihn aber davor bewahrt, in Exotismus abzurutschen. Seine Stärken bringt Machfus in der kunstvollen Verzahnung von Bildungsroman, Parabel, Reisebericht und an der Grenze zur Parodie balancierender Gesellschaftssatire souverän zur Geltung.

Johanna Di Blasi, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 29.07.2004

Eine Reiselektüre, die in keinem Reisekoffer fehlen solte, denn mit feiner Poesie entführt ein großer Erzähler seine Leser in ferne Länder mit doch so bekannten Verhaltensweisen ihrer Bewohner.

Gabriele Neumann, Oberhessische Presse, 26.07.2004
 

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Bibliografie

Originaltitel: Rihlat Ibn Fattuma (Kairo, 1983)
Originalsprache: Arabisch
Erstauflage: 01.07.2006
Auflage: 2