Laurent Quintreau

Und morgen bin ich dran

Das Meeting
Roman
Aus dem Französischen von Oliver Ilan Schulz
Das Psychogramm einer Krisensitzung
Hardcover
gebunden
Als Taschenbuch lieferbar
192 Seiten
ISBN 978-3-293-00398-9
[Keine Preis-Information]
Unionsverlag
 Taschenbuch
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Elf Uhr, es ist so weit, das Meeting kann beginnen. Am Tisch elf Manager eines internationalen Unternehmens. Rorty, der Vorstandsvorsitzende, präsentiert Zahlen, Budgets und Umstrukturierungspläne, doch die Gedanken seiner Topleute schweifen nur allzu gern ab … In elf inneren Monologen werden intimste Einblicke gewährt: Während sich die Meyer mit Tranquilizern ruhig stellt, sieht sich de Vals schon auf dem Chefsessel, der lamentierende Tissier wird von seinen Hämorrhoiden, Choleriker Stoeffer gar von Mordgelüsten geplagt. So verschieden ihre Fantasien auch sind - in ihrer Hoffnung auf Karriere und in ihrer Panik vor der Entlassung sind sie sich alle gleich.

Laurent Quintreau legt ein bissig-amüsantes Psychogramm aus dem Innenleben der gegenwärtigen Businesswelt vor.

Stimmen

Quintreaus Reigen der Verdammten bestätigt zwar durchaus das schlechte Image der skrupellosen Manager, das nach dem amerikanischen Bankencrash wahrscheinlich präsenter ist denn je. Anders als die Zyniker Houellebecq und Beigbeder aber gefällt sich der Autor nicht in der Rolle des schwarzmalenden Apokalyptikers, dem es vorrangig darum geht, das Monströse im Marktgläubigen hervorzukehren. In seinem Meeting gibt es auch die Möglichkeit der Erlösung. Quintreaus humorvolles und leidenschaftliches Plädoyer für den freien Willen ist spannend geschrieben und klug konstruiert. Und es liest sich in Zeiten, da die Unterwerfung unter den Massengeschmack jeden zweiten Fernsehabend in Castingshows als geglückte Existenz gefeiert wird, schon wieder revolutionär.

Gisa Funck, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.04.2009

In der Finanzkrise kriegen wir die Bücher, die wir verdient haben. Zum Beispiel Laurent Quintreaus furiose Höllenfahrt einer Gruppe Top–Manager. Das ist literarische Kapitalismuskritik auf der Höhe der Zeit: Elf französische Top–Manager treffen sich zum so genannten Ideenfrühstück. Angeführt wird die Runde von Rorty, einer Mischung aus Machiavelli und Milton Friedman, auf dem Themenplan stehen Entlassungen, Reduzierung der Lohnkosten, Steigerung der Produktivitätsrate. Elf Charaktere, deren Dilemma in inneren Monologen enfaltet wird, elf Suaden, in der diese vom Kosten–Nutzen–Denken vollkommen zerstörten Figuren über sich und andere die Säure der Verzweiflung ausgießen. Laurent Quintreau kreiert aus den Bewusstseinsströmen dieser Business-Zombies einen Malstrom der Zerrüttung. Die Struktur gibt Dantes ›Göttliche Komödie‹ vor; das letzte Kapitel ist mit ›Paradies‹ überschrieben. Aber auch der Monolog des versponnenen Intellektuellen Alighieri verspricht keine Erlösung. Wie auch: Es gibt ja kein richtiges Leben im falschen. Aber wenigstens richtig gute Texte wie diesen.»

Daniel Haas, Spiegel online, Hamburg, 10.06.2009  Online einsehen

Das Buch beschreibt die globalisierte Unternehmenswelt, in der einerseits die ausgeprägte Selbstbezogenheit und individuelle Missgunst der Mitarbeiter, andererseits die Heuchelei und Brutalität der Firmen kritisiert werden. Unbedingt zu empfehlen, aber nur für ältere Schüler wegen der Freizügigkeit der Darstellung und des Niveaus der Querverweise, z.B. auf französische Philosophen.

Margarete Brand, Deutsch magazin, München, 01.06.2010

Ein Kurztrip in die Hölle, aber wenn man das Buch wieder zumacht, dann freut man sich über das eigene Leben.

WDR 5, Köln, 26.12.2009

Der Autor, ein sprachgewaltiger Brancheninsider, versteht es großartig, mit seinen Stimmungsbildern eine leider oft allzu realitätsnahe Abbildung von Charakteren zu erschaffen, die einerseits Eiseskälte, andererseits eine gewisse Genugtuung beim Leser hinterlässt. Ein tolles Buch, nichts für herzkranke Spitzenmanager.

Christoph Stitz, bn. Bibliotheksnachrichten, Salzburg, 01.12.2009

Das intime Geständnis eines Unternehmensalltags, der natürlich ganz anders und doch so ähnlich sein kann. Und von dem man sich mit Grauen abwendet oder in ihm fasziniert sich selbst erkennt.

Dr. Martin Hartmann, Q-Magazin, Gladbeck, 01.10.2009

Eine gute Vorbereitungslektüre für alle, die bei der nächsten Teamleitersitzung lieber über das Menschliche im Kollegen nachdenken wollen, statt stumpf vor sich hinzukritzeln und ins Powerpoint-Koma zu sinken.

Maren Hoffmann, Märkische Allgemeine Zeitung, Potsdam, 08.08.2009

Das Werk ist kein als Roman verbrämter Handlungsleitfaden wie es Business-Romane sonst sind, sondern echte Literatur. Der Autor seziert messerscharf das Unmenschliche des modernen Managements. Von Gier, Machtgeilheit und Zynismus bis hin zur Verzweiflung, Angst und Resignation ist alles dabei.

Sylvia Jumpertz, managerSeminare, Bonn, 01.08.2009

Statt die Manager von aussen zu kritisieren, blickt der Autor in das Innere der Entscheidungsträger. Eine spannende Perspektive.

Der Bund, Bern, 12.06.2009

In einer Flut von Titeln über das morbide Management unserer Geschäftswelt sticht das Buch von Laurent Quintreau hervor.

Aachener Nachrichten, 06.06.2009

In Quintreaus Meeting gibt es auch die Möglichkeit zur Erlösung. Immerhin ein Teilnehmer hat es bis ins ›Fegefeuer‹ geschafft, ein anderer sogar bis ins ›Paradies‹. Ersterer sagt den schönen Satz: ›Ich kann doch nicht ständig in Angst vor der Kündigung leben wie ein vom Filzpantoffel bedrohter Käfer‹. Letzterer freut sich nach einem Nah–Toderlebnis einfach nur darüber, noch am Leben zu sein. Quintreaus humoriges und leidenschaftliches Plädoyer für den freien Willen ist spannend erzählt und klug konstruiert. Und es liest sich in Zeiten, in denen die Unterwerfung unter den Massengeschmack jeden zweiten Fernsehabend in Castingshows als geglückte Existenz gefeiert wird, schon fast wieder provokant.

Gisa Funk, WDR3, Passagen, Köln, 11.05.2009

Spannend geschrieben, klug konstruiert: Das brillante Porträt der heutigen Business-Welt.

Florian Vollmers, FAZ Hochschulanzeiger, Frankfurt, 13.05.2009

Quintreau individualisiert die unpersönlichen Nachrichten, mit denen wir täglich überschüttet werden. Er erschreckt, erzeugt Lachen, zeigt die menschlichen Abgründe unserer Heuschrecken–Epoche. Raffiniert führt er seinen Lesern die heutige Zeit aus anderer Perspektive vor Augen und nimmt ihnen die Naivität.

Uwe Schick, Am Erker - Zeitschrift für Literatur, Münster,

Laurent Quintreau kommt aus der Werbe– und New Economy Branche. Und man merkt, dass hier ein Insider am Werke war. Der Roman transportiert glaubwürdig finstere Empfindungen und korrumpierte Gefühlswelten. Schön ist das nicht immer. Trotzdem lohnt sich der Kurztrip in die Hölle schon allein deswegen, weil man ja nicht bleiben muss.

Curd Knüpfer, Schnüss-Bonner Stadtmagazin, 01.05.2009

Diese Beobachtungen sind so böse und bitter, aber auch so subtil, traurig und mitunter tragikomisch, dass einem als unbefangenem Leser mitunter die Luft wegbleibt.

Manfred Hitzeroth, Oberhessische Presse, Marburg, 24.04.2009

Ein wilder, höllischer Text voll grimmiger Komik, komponiert ausschließlich aus den inneren Monologen der elf gestressten Business–Menschen. Es ist ein hässlicher unterschwelliger Krieg aller gegen alle, ein Panoptikum der Kaputtheit auf gut bezahltem Niveau. Nur einer sitzt in der Runde, den scheint der ganze Krampf nicht zu tangieren, er lässt seinen Blick oft ins Freie, zum Himmel und den Wolken schweifen und denkt sich lächelnd seinen Teil über das verbissene Gehabe seiner Kollegen.

Olaf Clees, Fifty Fifty Stadtmagazin, Düsseldorf, 01.05.2009

Sie arbeiten zusammen, aber sie halten nichts voneinander. Jeder ist sich selbst der Nächste. Jeder spielt nach außen hin eine Rolle. Man liest das Buch mit Spannung, aber auch mit Entsetzen. Es ist wirklich sagenhaft!

Heike Rau, Leselupe.de, Wachtendonk, 20.04.2009

Es bedarf schon ganz guter Nerven, um Quintreaus geradezu atemlosen Psycho-Ritt durchzuhalten. Indem der Franzose ohne jeden Punkt und Absatz die gehetzten Gedanken der Betroffenen nahtlos aneinander reiht, wird man beim Lesen förmlich in einem Sog aus Angst und Panik mitgerissen. Das Lachen, so es denn dabei überhaupt aufkommen mag, bleibt einem gleich wieder im Hals stecken. Laurent Quintreau hat genau beobachtet und zugehört; sein Büchlein ist ein zutiefst erschreckendes Psychogramm einer Kaste, die sich offenbar permanent im Kriegszustand befindet.

Andreas Thiemann, Westfalenpost, Hagen, 16.04.2009

In wechselnden Psychogrammen erfährt der Leser von Sex– und Gewaltfantasien, Krankheiten, Liebschaften, Machtgelüsten und Existenzängsten. Das ist böse und komisch karikiert, eine bissige comédie humaine, die das Meeting als zivilisierte Form des Krieges definiert. Sicher gut auszuleihen. Breit einsetzbar.

Rendel Morsbach, EKZ Bibliothekenservice, Reutlingen, 14.04.2009

Aus Managertypen macht der seelenkundige Quintreau in seinem Debüt kurzerhand Chronisten der eigenen Sitzung und der ureigensten Höllenqualen. Es vagabundieren Gedanken, Erinnerungen, Beobachtungen, geheime Wünsche, Sehnsüchte, Perversionen und Gewaltfantasien – hört ja keiner.

Senta Wagner, Titelmagazin.de, Hamburg, 06.04.2009

Unter dem treffenden Titel ›Und morgen bin ich dran‹ liefert Quintreau einen bissig–ironischen Beitrag zum Raubtierkapitalismus und der Wirtschaftskrise.

Radio 1 RBB, Potsdam, 29.03.2009

Durch den Perspektivenwechsel, der kapitelweise erfolgt, zeigt Quintreau zwei Seiten dieser so unerschiedlichen Menschen auf: was sie in ihrem Inneren bewegt und wie sie nach außen auf Ihre Umwelt wirken.

Sandra Hartmann, Heilbronner Stimme, 24.03.2009

Diese Monologe sind einerseits komisch und reizen zum Lachen. Andrerseits bleibt dem Leser aber auch das Lachen im Hals stecken, denn in der Tendenz hat wohl jeder, der im Berufsleben steht, diese Dinge schon so erlebt und empfunden.

Barbara Steinbauer, Radio Aktiv, Hameln, 03.03.2009

Mit infernalischer Bosheit fühlt Laurent Quintreau dem Horror eines Kader–Meetings auf den Zahn. Panikattacken, Sexfantasien und Morddrohungen sind dabei noch die gewöhnlichsten Auswüchse der elf finsteren Manager–Psychogramme, die der Werbetexter in seinem prämierten Debütroman mit ätzender Schärfe zeichnet.

Alexander Vitolic, Via, Zürich, 01.03.2009

Ein Roman, den man in einem Zug liest. Er hat Stil, Tempo und Witz. ›Das Meeting‹ setzt sich aus einer Reihe innerer Monologe von insgesamt elf Vorstandsmitgliedern eines großen internationalen Unternehmens zusammen, zweifellos in der Werbebranche, in der auch Laurent Quintreau zu Hause ist. Es ist ein beißend-scharfer Angriff auf die Welt des Scheins, der Machtgelüste und der Frustrationen, wirft einen sezierender Blick auf die kleinen Schwächen von Managern und legt die Eitelkeit von Positionen und Entscheidungen bloß. Es ist auch eine gelungene Beschreibung einer bestimmten Berufssparte und typischer Charakterzüge von Geschäftsleuten und darüber hinaus eine augenzwinkernde Referenz an Dante und seine Göttliche Komödie. Das Meeting ist ein Buch, das man lesen sollte. Am besten sofort.

Raphaël Anglade, Betapolitique,

Höhepunkt dieser literarischen Saison ist Laurent Quintreaus ›Büroroman‹, der eine bissige ›comédie humaine‹ in der Managerwelt präsentiert. Beschrieben wird eine dieser berühmt-berüchtigten Vorstandssitzungen einer großen internationalen Firma. Als Ort der Abrechnung, der Heucheleien und der Machtstrategien werden im Meeting auf faszinierende Weise die Persönlichkeiten von elf Führungskräften enthüllt, die in inneren Monologen präsentiert werden: Hier kreuzen sich elf Stimmen und der Fluss ihrer Gedankengänge. Das tragikomische Romanpersonal, das sicherlich etwas karikiert, insgesamt jedoch sehr realistisch beschrieben wird, führt meisterhaft die destruktiven Rollenspiele und Hierarchiekämpfe in der Businesswelt vor. Diese Welt wird im Text aber auch durchaus humorvoll geschildert, und die privaten Gedanken und die wirtschaftlichen Interessen der einzelnen Protagonisten werden geschickt miteinander verknüpft. Das Meeting ist ein sehr komischer und zugleich bissiger Roman wider die liberale Scheinheiligkeit und ihre Neurosen, den man sich auch gut als Theaterstück vorstellen könnte.

Buzz Littéraire,

Bissig ung und komisch!

cadres-plus.net,

Ein witziger und scharfer Angriff auf den Business-Dschungel.

Livres Hebdo,

Eine Ohrfeige für das System.

El Mundo,

Erschreckend komisch und zutiefst tragisch.

Le Monde,

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Andere Werke von Laurent Quintreau

Bibliografie

Originaltitel: Marge Brute
Originalsprache: Französisch
Erstauflage: 20.01.2009
Auflage: 1