Nagib Machfus

Karnak-Café

Roman
Aus dem Arabischen von Doris Kilias
Mit einem Nachwort von Roger Allen
»Karnak-Café ist ein famoses Zeitdokument – und von beklemmender Aktualität.« Christian Ruf, Dresdner Neueste Nachrichten
Taschenbuch
broschiert
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UT 501
128 Seiten
ISBN 978-3-293-20501-7
[Keine Preis-Information]
Unionsverlag
 Taschenbuch
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Alt und Jung, Arm und Reich, Männer und selbst einzelne Frauen treffen sich im Karnak-Café, angelockt vom guten Kaffee und der schillernden Kurunfula, einer ehemaligen Tänzerin und Besitzerin des Cafés. Sie erzählen aus ihrem Leben, teilen Freude und Leid und manch müßiggängerische Stunde. Als drei junge Stammgäste plötzlich verschwinden und später verstört zurückkehren, ist es vorbei mit der heiteren Kaffeehausatmosphäre. Aus der einstigen Oase der Kameradschaft wird ein Ort des Argwohns, an dem sich die alte Vertrautheit zwischen den Menschen nur schwer behaupten kann.
Entstanden kurz nach dem Sechstagekrieg 1967, ist Karnak-Café ein wichtiges Zeitdokument, das bis heute von beklemmender Aktualität bleibt.

Stimmen

›Karnak-Café‹ ist zur Zeit mein absolutes Lieblingsbuch und wird es bestimmt noch ganz lange bleiben, weil es auf seinen ca. 120 Seiten so unglaublich stark und ergreifend ist.

Philine Edbauer, Hugendubel Buch-Blog, hugendubel.de, Deutschland, 03.05.2011

In großer Nüchternheit und mit Sinn fürs grausige Detail führt Machfus durch die Abgründe der Revolution, macht mit Folterkünstlern bekannt, die noch den entschiedensten Kritiker in einen Büttel des Regimes verwandeln. In drastisch-brutaler Sprache erläutert Machfus, warum große Teile der Opposition insbesondere seit den siebziger Jahren so großen Erfolg damit hatten, die Heilserwartungen an Orte zu delegieren, die nicht von dieser Welt sind.

Frankfurter Allgemeine Zeitung Feuilleton, 20.07.2010

Die feine Sprache des ägyptischen Literaturnobelpreisträgers Nagib Machfus soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieser kurze Roman ein engagiertes, ja zorniges Plädoyer gegen die Resignation in der arabischen Gesellschaft ist, die letztlich nur den Nährboden für extremistisches Gedankengut bereitet.

Leben und Glaube / Der Sonntag, Baden, 24.06.2010

›Karnak-Café‹ ist ein famoses Zeitdokument – und bedauerlicherweise auch von beklemmender Aktualität, denn Machfus` Innenschau in die Seelenlage von Menschen, die Ihre Ideale verraten sehen, die sich als schwach erweisen und als Spitzel anwerben lassen, um mit heiler Haut davon zu kommen, trifft nicht nur auf die ägyptische Gesellschaft nach der Niederlage von 1967 zu.

Christian Ruf, Dresdner Neueste Nachrichten, 26.10.2009

Nagib Machfus schildert in diesem sehr gedrungenen Epos auf fast beschwörende Weise die Stimmung im Ägypten der ausklingenden Nasser-Ära. Was als schwärmerische Romanze anhebt, entpuppt sich als Politdrama von höchster Brisanz. Selten brachte der Nobelpreisträger deutlicher zum Ausdruck, welche Frustration sich bei ihm in dieser Phase der gesellschaftlichen Stagnation aufstaute.

Ulf Heise, Freie Presse, Chemnitz, 12.06.2009

Am Ende dieses meisterhaften von der 2008 gestorbenen Machfus-Übersetzerin Doris Kilias vorzüglich übertragenen Romans geht es doch wieder um die Liebe. Kurunfula hat sich in Munir Achmed verliebt – einen politisch desillusionierten jungen Mann. Glück, sagt das wohl, ist bis auf weiteres nur in den Verhältnissen des Privaten zu finden.

Hans-Dieter Franz, Badische Zeitung, Freiburg, 06.06.2009

Allen Bibliotheken sehr zu empfehlen, Literaturkreisen ebenso wie Schulbibliotheken für einen ›angewandten‹ und der Welt zugewandten Geschichts– und Geografieunterricht.

Christina Repolust, bn Bibliotheksnachrichten, Salzburg, 01.06.2009

Gleich einem Erdbeben verarbeitet Machfus die Niederlage des ägyptischen Volkes. Es muss erfahren, dass gerade die eigene Hybris ihre gedachte Weltordnung aus den Fugen geraten lässt. Die Menschen im Café, die nicht begreifen wollen, was geschehen ist, sind Symbol für die Erschütterung jener scheinbaren Einheit. Es ist die zornige Abrechnung mit Revolutionsheuchelei und den frevelhafen Triumpfmärschen, die auf dem Boden des Blutes stattfinden.

Björn Hayer, Die Berliner Literaturkritik, 01.06.2009

Im Jahr des desillusionierenden Sechstagekriegs siedelt Nagib Machfus seinen Roman an. Er fängt auf knapp 120 Seiten im Spiegel eines kleinen Cafés in Kairo die niederschmetternde Stimmung ein: ein Klima der Repression, der Beklemmung, der Trauer, aber auch hitziger Debatten oder aufgezwungener Resignation.

Florian Vetsch, Tagblatt St. Gallen, 18.05.2009

Machfus stellt sein hohes literarisches Können und seinen unbestechlichen Blick in eine unruhige, aufgewühlte Welt unter Beweis.

Annerose Kirchner, Ostthüringer Zeitung, Löbichau, 18.04.2009

Trotz aller düsteren Beklemmnis hat der Roman seine heiteren Seiten. Und mit der Besitzerin des Kaffeehauses, der einstigen Tänzerin Kurunfula, hat Machfus eine schillernde Figur geschaffen. Ein ungemein packender Roman, der nichts an Aktualität verloren hat.

Irène Weitz-Busch, Schweizer Familie, Zürich, 16.04.2009

Nagib Machfus macht auf wunderbar schlicht–eindringliche Weise ein Café zur Kulisse für das Ägypten der 60er Jahre: entmutigt nach dem verlorenen Sechstage–Krieg, terrorisiert von Geheimpolizei, zermürbt durch grausame Gefängisstrafen, Folter und letztlich durch nicht eingelöste revolutionäre Verheißungen. Keinerlei Verjährungseffekt.

Malve Gradinger, Münchener Merkur, 08.04.2009

Auf den 120 erstmals ins deutsche übersetzten Seiten beißt die Ironie. Machfus lässt ausgerechnet einen ehemaligen Folterknecht sagen, wie sich Ägypten ›von alten und neuen Fesseln befreien‹ muss. Da geht es etwa um Respekt vor der Menschenwürde, um Orientierung am Westen, was die Wissenschaften betrifft, und dann ist Machfus ganz aktuell.

Petra Pisa, Kurier, Wien, 04.04.2009

Ein geschickt aufgebauter, atmosphärisch dichter, stimmungsvoller, spannungsgeladener Roman. Seine Charaktere, glaubwürdig konzipiert, könnten in jeder Diktatur auftreten, wäre da nicht auch jener wunderbare Lokalkolorit, der das ›Karnak-Kafé‹ nun eben im Kairo der späten 1960er- Jahre ansiedelt.

Regina Karolyi, Sand am Meer.at, Wien, 01.04.2009

Entstanden kurz nach dem Sechstage–Krieg 1967 bestürzt dieses Zeitdokument mit Zeitlosigkeit.

Janina Fleischer, Leipziger Volkszeitung, 13.03.2009
 

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Bibliografie

Originaltitel: al-Karnak
Originalsprache: Arabisch
Erstauflage: 22.09.2010
Auflage: 2