
Zwei Brüder in den Wirren der Weltgeschichte: Mia Couto widmet sich den Narben der deutschen Kolonialherrschaft.
Lautlos gleitet das Boot mit den deutschen Soldaten aufs Ufer des Rovuma zu und bringt eine neue Zeitrechnung mit sich: Der Überfall auf den portugiesischen Militärposten markiert den Beginn des Ersten Weltkriegs in Ostafrika. Und noch immer liegt der Schatten des Maji-Maji-Aufstands auf der Region, niedergeschlagen von deutschen Kolonialtruppen.
Der afrikanische Hilfssoldat Nataniel versucht gemeinsam mit seinem Bruder, in den Untiefen zwischen den Kolonialmächten zu navigieren, wo Ungeheuer aller Art lauern. Doch beinahe unbemerkt geht etwas Seltsames in den Dörfern und Garnisonen vor sich: Aus Berichten, Karten und Büchern verschwinden die Buchstaben, und Stück für Stück scheint sich die Macht der Europäer zu verflüchtigen.
»Mia Coutos meisterhafter Roman ist bei Weitem keine traditionelle Kolonialismuskritik. Es geht nicht nur darum, was die europäischen Mächte genommen haben, sondern auch darum, was sie in einem gesunden Austausch hätten lernen können.«
»Schnell befreit sich Mia Couto von den Fesseln der Geschichtsschreibung und wagt sich auf die Pfade der Fantasie, gesäumt von fiktiven und historischen Figuren. Von der ersten Seite an in seinen Bann ziehend, lädt der Roman uns zu einem Tanz ein, um dem Anderen und uns selbst zu begegnen.«
»Mia Couto findet in Der blinde Fluss eine neue Sprache, geformt durch viele verschiedene Sprachen, gesprochene wie geschriebene. Ausgehend von einer unbekannten Episode der Geschichte erforscht Couto die Möglichkeit, einen Ort, eine Erinnerung, eine Kultur zu erzählen – und eine andere Art, die Welt zu begreifen.«
»Zeitlos und vielschichtig, ist Der blinde Fluss mehr als ein historischer Roman: Er zeugt von der transformativen Kraft von Erinnerung und Kultur.«
»Mia Couto hat ein einzigartiges literarisches Universum geschaffen, das westliche Konventionen und die Idee einer einzigen, autoritären Erzählung und Geschichtsschreibung infrage stellt. Der Roman übt scharfe Kritik nicht nur an der physischen Gewalt des Kolonialismus, sondern auch an dessen Verzerrung von Identität und Geschichte. Ein in heutigen Zeiten hoch relevanter Roman, der zur kritischen Reflexion historischer Narrative einlädt, die Bedeutung des Zuhörens auch der zum Schweigen gebrachten Stimmen unterstreicht und so zu einem differenzierten Verständnis von Vergangenheit und Gegenwart beiträgt.«
»Couto gibt sich nicht mit einer Vereinfachung der Geschichte zufrieden und legt einen facettenreichen, vielstimmigen Roman vor. Ein Roman, der begeistert und die Bedeutung von Literatur als Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart unterstreicht. Mit Der blinde Fluss erweist sich Mia Couto erneut als eine der wichtigsten Stimmen der afrikanischen und der portugiesischsprachigen Literatur.«
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Ein lärmender Nachbar kann dich zur Verzweiflung treiben, bis du die Kontrolle verlierst. Ein Roman über das Monster in jedem von uns.
»Die Geschichten hinter den Schlagzeilen. Der Aufschrei einer Frau für alle anderen. Ein aufwühlender, anklagender und gerade deswegen ein dringlicher Roman.« Jornal do Brasil