
Ein unvergessliches Mädchen, das sich der Last des Lebens entgegenstemmt.
Ein vergessenes Meisterwerk, erstmals auf Deutsch.
Mit ihrem klapprigen, rostigen Fahrrad kämpft sich Galla über matschige Feldwege. Alle zwei Wochen fährt sie die fünfunddreißig Kilometer von ihrer katholischen Schule nach Hause, durch gottverlassenes Marschland zum Bauernhof ihrer Familie. Jahr um Jahr versuchen ihre aus Italien eingewanderten Eltern, ihr karges Stück Land im Südwesten Frankreichs urbar zu machen. Gallas überforderte Mutter sähe sie lieber auf dem Hof bei ihren Schwestern. Doch Galla, die Wärme und Geborgenheit schmerzlich vermisst, sehnt sich nach Wissen.
Als sie an einem freien Samstag nach Hause kommt, fühlt sich alles anders an. Eine seltsame Stille liegt über dem Hof. Und Galla muss sich fragen, was hinter den geschlossenen Fensterläden vor sich geht.
Mit wenigen gemeißelten Worten erzählt Inès Cagnati von den Härten einer Kindheit auf dem Land und vom unerschütterlichen Willen eines jungen Mädchens.
»Ein Roman, der uns weit hinausträgt über das, was wir zu fühlen und zu verstehen gewohnt sind, jenseits der Vorstellung von Gut und Böse.«
»Von der ersten Seite an geht Ein freier Tag ans Herz. Der Ton nüchtern und doch intim, die erzählte Welt beklemmend, die Lage der Heldin unbeschreiblich bewegend, die Erzählweise verteufelt gut. Eine Offenbarung.«
»In Inès Cagnatis kunstvollem, herzzerreißendem Roman ringt ein Mädchen mit Pflichten und Treue gegenüber ihrer Familie, die sie schlecht behandelt. Wie Salingers Holden Caulfield grollt sie der Heuchelei der Erwachsenen, geht aber auf in den Versprechungen der Natur. Gebannt liest man von ihrem Streben nach Würde.«
»Inès Cagnati erweist sich als bemerkenswerte Erzählerin, die psychologische Tiefen auslotet. Mit knappen Worten fängt sie den inneren Konflikt und die Trauer ihrer jungen Protagonistin ein, gleichermaßen erinnernd an Tschechow und an Katherine Mansfield.«
»Gallas Erzählstimme wechselt zwischen der Unerschrockenheit einer geborenen Rebellin und der Verletzlichkeit eines traumatisierten Kindes. Galla ist kühn, einsam, taff und streitlustig, und doch auch tragisch machtlos darin, Dinge zu verändern. Inès Cagnati weigert sich, den Schmerz und die Einsamkeit der Kindheit zu mildern, die sie unverfälscht aus der Vergangenheit hervorzuholen scheint.«
»Diese Autorin ist eine Entdeckung. Nach der Lektüre bleibt man mit erschütterter Seele und aufgewühltem Gewissen zurück. Ein freier Tag ist eine Reise in den Abgrund. Kurz gesagt: große Literatur.«
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