Inge Sargent, geboren 1932 in Kärnten, lernte als Gaststudentin in Colorado den birmesischen Bergbauingenieur Sao Kya Seng kennen. Nach der Heirat 1953 zog das Paar nach Birma, wo sich Sao Kya Seng als das Staatsoberhaupt von Hsipaw, dem nördlichen Shan-Staat, zu erkennen gab. 1962, nach dem Militärputsch, wurde Inge Sargents Mann verschleppt, und sie musste mit den beiden Töchtern das Land verlassen. Seit 1966 lebt sie in den USA und leitet ein Hilfsprojekt für birmesische Flüchtlinge.

Ausführliche Biografie

Inge Sargent wurde 1932 als Inge Eberhard in Kärnten als Tochter eines Försters geboren. Zu Beginn der 1950er-Jahre reiste sie als Stipendiatin zum Studium nach Colorado. Dort lernte sie ihren zukünftigen Ehemann Sao Kya Seng kennen, birmanischer Bergbauingenieur und Staatsoberhaupt von Hsipaw, dem nördlichen Shan-Staat. Sie heirateten 1953 und zogen nach Birma.

Das Prinzenpaar nahm im damaligen Fürstentum Reformen in Angriff: Neue Landwirtschafts- und Bergbaumethoden wurden eingeführt, Reisfelder an Bauern übereignet, gegen Korruption wurde vorgegangen. Inge Sargent engagierte sich zudem im Bildungsbereich und kämpfte gegen die hohe Kindersterblichkeit.

Nach dem Staatsstreich 1962, der Verhaftung und dem Verschwinden ihres Mannes, stand Inge Sargent unter Hausarrest. 1963 gelang ihr zusammen mit den zwei Töchtern die Flucht, erst nach Österreich, dann weiter in die USA. In den USA schloss sie ihr Studium ab und arbeitete danach als Deutschlehrerin. 1968 heiratete sie Howard Sargent, mit dem sie 1999 eine Hilfsorganisation für birmanische Flüchtlinge, »Burma Lifeline«, gründete. Die Organisation versorgte Flüchtlinge mit Nahrungsmitteln und medizinischer Pflege und informierte über die Missstände unter dem birmanischen Militärregime. Für ihr Engagement erhielt Inge Sargent 2000 den Internationalen Menschenrechtspreis der United Nations Association.

1994 erschien ihre Autobiografie. Der Besitz dieses Werks wurde während der Militärdiktatur in Birma unter Gefängnisstrafe verboten, im Untergrund kursierten jedoch Raubkopien. Dämmerung über Birma wurde 2015 fürs deutsche Fernsehen verfilmt.

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    »Inge Sargent erzählt auf schlichte, eindringliche Weise ihre eigene und damit ein Stück der birmesischen Geschichte.« Radio Bremen