Asli Erdogan

Die Stadt mit der roten Pelerine

Roman
Aus dem Türkischen von Angelika Gillitz-Acar und Angelika Hoch
Mit einem Nachwort von Karin Schweißgut
»Asli Erdogan ist eine außergewöhnlich feinfühlige und scharfsichtige Autorin, ihre Romane sind vollendete Werke.«
Orhan Pamuk
Hardcover
gebunden
Sofort lieferbar
218 Seiten
ISBN 978-3-293-10010-7
€ 19.90 / sFR. 28.90
Unionsverlag
 Hardcover
€ 19.90 / sFR. 28.90
Rio de Janeiro: Stadt des Karnevals, Meisterin im Spiel der Täuschungsmanöver, der Zufälle und der Maskerade. Özgür, eine introvertierte junge türkische Akademikerin, kann sich von der ebenso faszinierenden wie bedrohlichen Stadt nicht lösen. Weit entfernt hat sich dabei die junge Frau von der traditionellen Frauenrolle, wie sie die türkische Gesellschaft vorsieht. Nicht wie eine Touristin führt Özgür den Leser durch die Labyrinthe dieser Metropole, sondern wie eine Migrantin, die das zunächst Fremde als Vertrautes und Eigenes akzeptiert. Gleichzeitig ist die Stadt Impuls für ihr Schreiben und für die Schöpfung ihrer fiktiven Doppelgängerin Ö. – die beiden Erzählebenen, auf mannigfache Weise miteinander verflochten, spiegeln sich ineinander. Atemberaubend ist die nuancierte Feinzeichnung der Menschen, die in Liebe und Leid auf oftmals tödliche Weise miteinander verschmelzen.

Stimmen

Das Buch hat einen faszinierenden Sog, eine große poetische Intensität. Wir bewundern diesen Mut, sich auf Abenteuer einzulassen, die am Ende nicht gut ausgehen. Ein ganz besonders aufregendes Buch.

Elke Heidenreich, ZDF, Lesen,

Wir lesen die scheinbar genaue Wiedergabe einer verrotteten Stadtlandschaft, bewundernswert packend in diversen realistischen Details. Dabei ist das Chaos eines Innenlebens immer mitgedacht und mitgeschrieben. In diesen Überschneidungen von Innen und Außen sowie den Schwankungen im Realitätsbegriff liegt der Reiz und die Originalität dieses Buchs.

Ruth Klüger, Die Welt, Berlin, 11.10.2008

Asli Erdogan erzählt von Freiheit und Einsamkeit, von Leid und Ungerechtigkeit, in ihrer türkischen Heimat und in der Fremde. ›Die Stadt mit der roten Pelerine‹ ist ein vielschichtiger Roman, klug, anregend und aufwühlend, ein Feuerwerk an Metaphern – und aus diesem Grund ein intensives, ergreifendes Lese–Erlebnis.

Emel Korkmaz, Hessischer Rundfunk hr 2, Frankfurt am Main, 27.09.2008

Eine faszinierende Mischung aus Beobachtung, innerem Monolog, aus szenischen Wechseln, Dokumentpassagen, Theaterspiel und die Reise in ein schillerndes Universum. Der Weg mit Özgür führt hinein in die Straßen Rio de Janeiros. Hinein in ein Labyrinth, das sehr groß, wenn nicht unüberschaubar ist, und einen über knapp 200 Seiten nicht freilassen will.

Michaela Krüger, Kölner Stadt-Anzeiger, 26.07.2008

Hier begibt sich eine moderne, heimatlose, verlorene Weltbürgerin auf die Suche nach sich selbst.

Petra Klein, Märkische Allgemeine Zeitung, Potsdam, 19.07.2008

Für die Leser ist es eine doppelt spannende, weil doppelt fremde Lese-Erfahrung: Eintauchen in eine fremde Welt, die wir allerdings auch durch die Augen einer Frau erleben, die aus einer uns fremden Kultur stammt. Faszinierend sind die Beschreibungen der Charaktere, die in Liebe und Leid auf oftmals tödliche Weise miteinander verschmelzen.

Lübecker Nachrichten, 18.07.2008

Erdogan jongliert bilderreich, sprachgewaltig und gefährlich mitreißend mit Schicksalen, Wörtern, Sätzen. Und baut einen magischen Kosmos auf, in dem nicht verwundert, dass das tragische Ende der Protagonistin eine Erlösung ist.

Gisela Hoyer, Dresdner Neueste Nachrichten / Leipziger Volkszeitung, 07.07.2008

Der Tonfall existentieller Traurigkeit kontrastiert stilistisch reizvoll mit der schnoddrigen Lebhaftigkeit der Haupterzählung und verrät, dass die Stadt, an die Özgür in einer Art amour fou gebunden ist, für ihre Heldin wie auch für sie, die Autorin, ein Exemplum des Lebens selbst ist.

Hans-Dieter Fronz, Mannheimer Morgen, 05.07.2008

Wir folgen der Protagonistin durch ein Gestrüpp voller Mythen, Gefahren und Gewalten. Sie ist auf der Suche nach Leben, auf der Suche nach sich selbst. Sie hat flüchtige Liebschaften, sie will die Menschen verstehen, lernt die Sprache - doch sie bleibt immer die Fremde. Und sie verliert nach und nach den Boden unter den Füßen. Und über allem wirkt Rio, bleibt ständig gegenwärtig, röhrt und brüllt und lockt und reißt wie ein wildes Tier, ist nicht bloß Kulisse, sondern ganz real, es existiert. Ein verwickeltes und vielschichtiges Buch, aber bannend und aufwühlend bis zuletzt. Asli Erdogan ist ein Meisterstück gelungen.

Stefan Berkholz, SWR 2, Forum Buch, Baden-Baden, 29.06.2008

Selten wurde eine Stadt so prall-sinnlich und sprachmächtig vergegenwärtigt wie hier. Das Buch ist eine polyfone Sinfonie der Großstadt und Rio im Grunde seine wahre Heldin.

Hans-Dieter Fronz, Der Bund, Bern, 14.06.2008

Nicht nur ein Stück Lebenserfahrung der Autorin, sondern vor allem ein überaus faszinierender Roman, der einen geradezu magischen Sog ausübt. Die Autorin versteht es, mit wenigen Worten Atmosphäre und Augenblicke beeindruckend authentisch zu vermitteln. Ganz nebenbei: formal wie inhaltlich ein Meilenstein der aktuellen türkischen Literatur. Für möglichst viele Bibliotheken.

Elisabeth Mair-Gummermann, ekz Bibliotheksservice, Reutlinger, 01.06.2008

Ein düsteres, zugleich bedrückend schönes Buch.

Sibylle Thelen, Stuttgarter Zeitung, 28.05.2008

Jenseits von postmodernen und anderen gut versteckten literarischen Kunstgriffen ist Erdogans teils autobiografisches Buch düster, brutal, romantisch, direkt, und es ist großartig geschrieben.

Ingo Anhenn, Forum der Kulturen Stuttgart, 01.05.2008

›Die Stadt mit der roten Pelerine‹ ist vieles: Protokoll einer todbringenden Selbsterkundung, Beispiel einer gescheiterten Interkulturalität einer freiwilligen Migration, und er zeigt die Rückseite der Exotik so, dass man sie nie wieder vergisst. Aber vor allem ist es ein Roman über einen Kontrollverlust, der sich auf den Leser überträgt. Ein Buch wie ein Rausch, mit einer lyrischen Sprache, deren Facettenreichtum, Feinnervigkeit und Intensität ihresgleichen sucht. Erdogan steigert sich in einen delirierenden Sound, der eine Ahnung von dem ganz anderen Leben aufscheinen lässt. Und der Angst davor.

Ingo Arend, Freitag, Berlin, 21.04.2008

Asli Erdogans Sprache ist dunkel glühend getönt – der Tod und die menschliche Katastrophe liegen bei ihr ›gleich um die Ecke‹.

Hans-Jörg Loskill, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Essen, 09.04.2008

Ein bemerkenswertes, fast lyrisches Werk, ein raffiniert erzählter mutiger und verstörender (Doppel-)Roman aus zwei Perspektiven, der an Grenzen geht und diese überschreitet, aber auch poetische Momente nicht scheut und Bilder findet, die im Gedächtnis haften bleiben, Sätze, die lange nachhallen.

Marburger Neue Zeitung, 04.04.2008

Atemberaubend ist die nuancierte Feinzeichnung der Menschen, die in Liebe und Leid auf oftmals tödliche Weise miteinander verschmelzen.

Stadtspiegel Gelsenkirchen, 26.03.2008

›Die Stadt mit der roten Pelerine‹ aus dem Blickwinkel einer türkischen Aussteigerin betrachtet ist der ultimative Rio-Roman. Die türkisch-brasilianische Spiegelung ist reizvoll, vor allem aber besticht Erdogans Buch durch seine Sprache, durch die eigenartige, soghafte Stimmung, die sie erzeugt. Selten wurden Verwahrlosung und Elend dieser pulsierenden, sich selbst stilisierenden und sich selbst betrügenden Metropole so intensiv beschrieben. Özgürs Odyssee ist eine faszinierende Mischung aus Reiseführer, innerem Monolog, Gesprächen, szenischen Wechseln, Beobachtungen, Dokumentarpassagen, Theaterspiel und Kreuzweg in einem schillernden Universum - meisterhaft versteht es Erdogan, die Stimmen und Stimmungen der Stadt zu präsentieren. Schon lange hat kein Roman mehr so eingehend das Versprechen von Literatur eingelöst: Die Buchdeckel aufschlagen und in eine völlig andere Welt abtauchen.

Karin E. Yesilada, Westdeutscher Rundfunk, Köln, 19.03.2008

Hervorzuheben ist das überwältigende sprachliche Geschick der Informatikerin und Physikerin, Dinge in einer wortgewaltigen Sprache zu beschreiben, was sie zweifellos als talentierte Erzählerin auszeichnet.

Ute Evers, Neues Deutschland, Berlin, 13.03.2008

Was macht eine Türkin in Rio? Endlich ist sie frei - zugleich isoliert. Sie verfällt der Stadt und verfällt in ihr. Beeindruckend.

Barbara Frischmuth, Die Presse, Wien, 08.03.2008

Manche Sätze in diesem Roman sind reine Poesie, durchtränkt vom bitteren Saft des Lebens. Ein wahres Kreuzfeuer von Stimmungsbildern und Metaphern.

Fethi Naci,

Poesie aus der Zone des Zwielichts.

Mehmet H. Dogan,

Ein beeindruckendes und unvergessliches Märchen, in dem alles in einem groß angelegten Delirium versinkt, in Chaos und Tod.

Orhan Duru,

Poetisch und geheimnisvoll, wie ein fein gearbeitetes Gemälde.

Nadir Paksoy,

Mit einem Mut, der an Don Quichote gemahnt, setzt sich Asli Erdogan mit der Stadt Rio und der Wirklichkeit auseinander, um es wenigstens für eine Weile auszuhalten.

Nuri Saglam,

Ein beachtliches lyrisches Werk ist dieser pechschwarze, wilde Roman; seine Melodie schaukelt den Leser zwischen Tanz und Gewalt hin und her.

Lire, Frankreich,

Ein gänzlich kompromissloser Ton wird hier angeschlagen, ein ganz großartiges Buch.

Gregory Dziedzic, La Dépêche, Frankreich,

Ein Liebesabenteuer schmerzlicher Natur, wie eine lange Liebesnacht, die ersehnt, aber unmöglich ist. Der Name der Autorin kann in einem Atemzug mit Malcolm Lowry und Antonin Artaud genannt werden.

La Libre Belgique,

Ein magnetisierendes Porträt der Stadt Rio de Janeiro.

Bibascope, Belgien,

Türkischer Pfeffer, brasilianische Hitze. Wie Kafka mit Prag, wie Joyce mit Dublin ist Rio des Janeiro fortan mit dem Namen Asli Erdogan verbunden.

Aftenposten, Norwegen,
 

Andere Werke von Asli Erdogan

Bibliografie

Originaltitel: Kirmizi Pelerinli Kent (2001)
Originalsprache: Türkisch
Erstauflage: 02.01.2008
Auflage: 2