Hannelore Cayre

Das Meisterstück

Kriminalroman
Aus dem Französischen von Rudolf Schmitt
Ein Fall für Leibowitz (2)
»Hannelore Cayre greift offensiv und komisch zugleich das heikle Thema der Beutekunst im Zweiten Weltkrieg auf. Mit packender Intensität erzählt sie von einem Höllenritt.« Paris Match
 Taschenbuch
€ 8.90, FR 12.90, €[A] 9.20
broschiert
Sofort lieferbar
UT metro 516
160 Seiten
ISBN 978-3-293-20516-1
   E-Books: Unsere Angebote für Sie  
 
Christoph Leibowitz, das liebenswerte Scheusal, ist frisch aus dem Gefängnis entlassen und versucht, als Advokat der kleinen Gangster und Ganoven wieder Fuß zu fassen. Als einer seiner Stammkunden wegen eines aufsehenerregenden Bilderraubs in die Mühlen der Pariser Justiz gerät, findet er sich unversehens mitten in einer Raubkunst-Affäre, die bis in die besten Kreise und die dunkle Vergangenheit Frankreichs reicht.
Wie kommt es, dass das geraubte Gemälde seines heiß geliebten Schiele in keinem Werkverzeichnis auftaucht? Aktenkundig ist nur, dass zuletzt Hermann Göring ein Auge darauf geworfen hatte. Sicher ist sicher, denkt sich Leibowitz, und schafft den erotischen Mädchenakt vorsichtshalber erst mal in seine Wohnung ...

Stimmen

»›Das Meisterstück‹ ist ein Lehrstück über die Funktion der Justiz, und zwar ein sehr komisches. Jetzt durchkreuzen sich oben und unten noch turbulenter: Unten Leibowitz, der eine gewisse Bergamote mit viel Geld und Hohn dazu bewegen möchte, so zu posieren wie ›Emma‹ auf dem Bild Egon Schieles, das er so liebt: ›Eine Jugendliche mit langen roten Haaren, der Rock geschürzt‹. Für den Einbrecher und Neofaschisten Lazar, der das Gemälde aus dem Depot eines Kollegen als Verhandlungsgut für einen Deal vor den verbundenen Augen Justitias sichergestellt hat, ›die Kleine die ihre Muschi lüftet‹. Kunstliebhaber unter sich. Obend die Creme der französischen Anwaltschaft, und dazwischen weitere moderne rabelaissche Figuren. Hinter dem turbulenten Chichi und Froufrou, arbeitet sich allmählich Ebene zwei ans Tageslicht: eine üble Subgeschichte der französisch-deutschen Beutekunst(ko)operationen unter Hitler und Pétain, bei denen die Franzosen gar nicht so schlecht wegkamen – als Sammler selbstverständlich. Herrlich frech ist das erzählt, unumwunden immer auf den wunden Punkt: Cayre ist Superklasse.«

Tobias Gohlis, Die Zeit, Hamburg

»Hannelore Cayre weiß, worüber sie schreibt. Denn wie ihr Protagonist ist sie Anwältin der Kleinen, der Dealer, Diebe , Hehler, Einbrecher. Sie kennt sich aus. Auch sprachlich – jongliert mit dem Idiom, knallhart, direkt. Und eben darum so amüsant und authentisch.«

Richard Peter, DEWEZET, Tageszeitung für das Weserbergland, Hameln

»Dieser Krimi lebt vom rasanten Erzähltempo, unerwarteten Volten und frechem Witz, der vielleicht manchem zart besaiteten Leser etwas zu direkt und offenherzig daherkommt. Trotzdem eine vergnügliche Lektüre über ein ernstes Thema.«

Marion Sedelmayer, Buchprofile, Bonn

»Ob es sich um einen Krimi im strengen Sinn handelt, darüber mögen die Puristen des Genres streiten. Spannend zu lesen, rotzfrech, witzig und nicht zuletzt gut übersetzt, ist dieses kleine 151 Seiten starke Buch allemal. Warum kriegt kein deutscher Autor so etwas hin?«

Michael Wuliger, Jüdische Zeitung, Berlin

»Mit spitzer Feder und einem sicheren Blick für die Skurrilitäten dieser Welt schildert Hannelore Cayre die Machenschaften zynischer Juristen und korrupter Politiker. Ihre Abneigung gilt den Heuchlern, Karrieristen und unbelehrbaren Rechten, während sie für die menschlichen Fehlbarkeiten der kleinen Leute eine nonchalante Nachsicht an den Tag legt. Alles in allem ein närrischer Lesespaß, von dem man sich unbedingt mehr wünscht.«

Petra Pluwatsch, Kölner Stadt-Anzeiger

»Ganz großartig, wie die französische Strafverteidigerin Hannelore Cayre in ihren Kriminalromanen kleines Deliquententum, Anstaltsalltag, Vorstadtirssin und große Geschichte mit dem Medium ihres schrägen Strafverteidigers Leibowitz zusammenbringt, und zwar auf richtig schön bissige Art und Weise.«

Ulrich Noller, Funkhaus Europa, WDR, Köln

»Wie die Pariser Strafverteidigerin ihren Plot quasi nebenbei in die Weltempfindung eines kleinen Mannes einbettet, der sich durchwursteln muss, ist bewundernswert und literarisch herausragend. Vorsicht: sehr abgebrüht!«

Ellen Pomikalko, Buchmarkt, Meerbusch

»Hannelore Cayre beschreibt schonungslos und lakonisch, politisch nicht immer korrekt, den tristen Alltag der Verlierer in dieser Gesellschaft; mit beißender Ironie geißelt sie die Heuchelei der Bessergestellten. Ihr zynischer, desillusionierter Serienheld hat Kultpotenzial; er wird überall sein Publikum finden.«

Irmgard Behnke, ekz Bibliothekenservice, Reutlingen

»Auch der zweite Roman der Französin Hannelore Cayre rund um den ›Lumpenadvokaten‹ (so der Titel von Band eins) ist frech, politisch völlig unkorrekt, höchst amüsant und mitten aus dem Leben gegriffen. Sie greift mit pointierter Schreibe ein sehr heikles Thema auf: die Beutekunst. Mittels Erpressung, Courage und einer guten Portion Bösartigkeit sorgt Leibowitz für Gerechtigkeit – selbstverständlich auch in eigener Sache. Nur seine sexuellen Phantasien, die rund um das Bild kreisen, bleiben trotz aller Anstrengungen Phantasien. Selbst ein Schlitzohr wie Leibowitz kann nicht alles haben.«

Marianne Fischer, Kleine Zeitung, Graz

»Ich–Erzähler Leibowitz hat den flotten, harten Sound eines Mannes, den nichts mehr überraschen kann. Oder fast nichts: Denn in welchem Maße französische Kollaborateure während des Zweiten Weltkriegs Kunst abgegriffen haben, die in jüdischem Besitz war, das erschüttert auch ihn.«

Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau

»›Das Meisterstück‹ heißt der Roman und ein Meisterstück ist er. Nicht weil hier unlösbare Verbrechen gelöst würden. Oder weil Leibowitz etwa ausgebuffter Anwalt und begnadeter Detektiv in einer Person wäre. Sondern, weil Cayre –ebenso witzig wie gnadenlos– den von Intrigen und Seilschaften verstrickten Justizapparat durchleutet. Sich um ›political correctness‹ ebenso wenig schert wie ihr etwa gleichaltriger Antiheld. Das hat ihr unter Kollegen bislang nur wenige, aber unter Krimifans umso mehr Freunde beschert. Hannelore Cayre leistet denn auch mindestens ebenso gute Aufklärungsarbeit wie knüppelharte Enthüllungsstorys. Vor allem eine, bei der man sich es aussuchen kann, ob man lieber lachen, weinen oder toben möchte.«

Jörg von Bilavsky, Titel-Magazin.de, Hamburg

»Hier hat eine wirklich Ahnung. Kennt sich aus im Milieu. Weiß um die kleinen Tricks und die großen Durchstechereien. Und ist trotzdem in der Lage, dem allem mit Humor zu begegnen. Nicht zu verzweifeln, sondern einfach einen draufzusetzen. Solange, bis die Dinge wieder halbwegs ins Lot gekommen sind und ein schwacher Schimmer Hoffnung am Horizont auftaucht. Nur ein schwacher, aber immerhin. Schließlich – verpackt im Vorspiel, Intermezzo und Epilog – ein heiter–frivoler Diskurs über das Verhältnis von Leben und Kunst und die Frage, warum in dieser erlaubt ist, wofür man in jenem hinter schwedische Gardinen wandern würde. Und das alles auf knapp 150 Seiten. Mehr kann man wirklich nicht verlangen.«

Dr. Dietmar Jacobsen, www.text-und-web-de, Erfurt
 

Autoren-Seiten

Andere Werke von Hannelore Cayre

Cover
»Der witzigste Krimi des Jahres, eine verblüffende Geschichte voller Haken und Kapriolen.« Le Figaro

Bibliografie

Originaltitel: Toiles de maître (2005)
Originalsprache: Französisch
Erstauflage: 21.2.2011
Auflage: 1