Willem Elsschot

Käse

Roman
Aus dem Niederländischen von Agnes Kalmann-Matter und Gerd Busse
Mit einem Nachwort von Gerd Busse
»Wer mal so richtig lachen will beim Lesen, sollte sich an diesem Auftritt des Edamers in der Weltliteratur versuchen.« Elke Heidenreich in der ZDF-Büchersendung »Lesen!«
Taschenbuch
broschiert
Sofort lieferbar
UT 337
144 Seiten
ISBN 978-3-293-20337-2
€ 7.90 / sFR. 11.90
Unionsverlag
Frans Laarmans ist bescheidener Büroangestellter auf einer Antwerpener Schiffswerft. Als er eines Tages zum Vertreter einer holländischen Käsehandelsgesellschaft ernannt wird, verantwortlich für die Gebiete Belgien und Großherzogtum Luxemburg, ist er überwältigt von seinem sozialen Aufstieg. Er lässt sich bei der Werft krankschreiben, richtet zu Hause ein Büro ein und bestellt zehntausend Edamer, vollfett.
Doch das Leben als Geschäftsmann ist nicht so einfach, wie er es sich vorgestellt hat. Erst als die zwanzig Tonnen schwere Lieferung Käse im Lagerhaus liegt, Kiste über Kiste, dämmert es ihm. Und als sein Vorgesetzter, der brüske Herr Hornstra, seinen Besuch ankündigt, um die ersten Rechnungen zu begleichen, gerät Frans Laarmans in Panik.

Stimmen

Eine Milieu- und Charakterstudie, die gerade heute – in der Zeit der Ich-AG – wieder ungemein aktuell ist. Dazu noch witzig und flott zu lesen.

Barbara Steinbauer, Radio Aktiv, Springe, 27.10.2005

Willem Elsschots amüsante Erzählung strotzt vor Sarkasmus, der Autor hat die seltene Gabe, die Leser zum Lachen zu bringen und zugleich Scham und Mitleid in ihnen zu wecken.

Pustertaler Zeitung, Bruneck, 15.07.2005

Willem Elsschot erweist sich nicht nur als subversiver Sprachkritiker, hier trifft er mitten in den Kern der kapitalistischen Ökonomie: der Tauschwert ist alles, der Gebrauchswert nichts, anders ausgedrückt: nicht auf den Inhalt kommt es an, sondern auf die Verpackung.

Dr. Rosemarie Altenhofer, Hessischer Rundfunk, 02.03.2005

Willem Elsschots kleiner Roman liest sich zeitweise wie das vergebliche Ringen einer in die Zeit zurückversetzten Loriot-Figur. ›Wo eine einzige Figur ausreicht, ist eine Menge überflüssig‹, sagt Elsschot in der Einleitung zur Originalausgabe. Wofür andere 300 Seiten und mehr gebraucht hätten, erzählt er so kompakt wie ein Schweizermesser.

Xaver, Aalen, 28.02.2005

Die dilettantischen Versuche eines Büroschreibers, im Käsehandel Fuß zu fassen, sind ungemein erheiternd, doch immer wieder bleibt einem das Lachen im Hals stecken, wenn die Tragik des Scheiterns hervortritt und sich der Traum des kleinen Mannes, am großen Geschäft teilzuhaben, langsam in Luft auflöst.

Ida Dehmer, Bücherschau, Wien, 31.12.2004

Elsschots Satire auf Geltungssucht und Größenwahn ist zeitlos schön und eine wunderbare Entdeckung.

Der Tagesspiegel, Berlin, 15.12.2004

Ein amüsantes Lesevergnügen, ein perfektes Lesefutter für kurzweilige Herbst- oder Winterabende.

Junge Welt, 17.11.2004

Die Geschichte eines kleinen Mannes mit großen Plänen. Ein Meisterstück in präziser, ungekünstelter Sprache, zeitlos aktuell.

Edith Fritsch, Schaffhauser Nachrichten, 02.10.2004

Ein weich schmelzender Roman voller skurrilem Humor und Ironie – mit einer harten Rinde: dem Hintergrund von Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit und gesellschaftlichem Druck.

Silvia Vogt, RP Online, 27.08.2004  Online einsehen

Eine große Tragikomödie, deren Aussage zu jeder Zeit Gültigkeit besitzt, und die somit nichts an Aktualität eingebüßt hat. Leser/innen, die feinen Humor und den gekonnten Umgang mit Sprache zu schätzen wissen, wird dieses Buch begeistern.

Michaela Grames, Österreichisches Bibliothekswerk, Salzburg, 26.08.2004

Der kleine Roman, voller Witz und Ironie mit ernstem Hintergrund, ist eine großartige Wiederentdeckung. Anspruchsvolle leichte Unterhaltung, überall bestens zu empfehlen.

Ileana Beckmann, Borromäusverein, Bonn, 20.08.2004

Ein Romänchen von gerade 120 Seiten, und eine wunderbare Entdeckung.

Ralf Stiftel, Westfälischer Anzeiger, 05.08.2004

Elsschots Satire ist in ihrer feinen Diktion ein kleines literarisches Kabinettstück. Tragik und Komik halten sich die Waage. Wirtschaftskrisenzeiten werden darin ebenso exzellent beschrieben wie die Gier nach dem großen Geschäft und das Streben nach mehr Anerkennung und Glück.

Sonntag Aktuell, Stuttgart, 11.07.2004

Da dieser sehr menschliche Text nie an Zugänglichkeit, Aktualität und Frische eingebüßt hat, ist er allen Bibliotheken zu empfehlen.

Günter Brandorff, ekz-Informationsdienst, Reutlingen, 30.06.2004

Elsschots Romane haben auch siebzig Jahre nach ihrem Erscheinen nichts von ihrer Frische und ihrem tragikomischen Humor eingebüßt.

Stadt Anzeiger, Neustadt, 24.06.2004

Der einzige Makel dieses Buches ist seine Kürze.

Kloster Einsiedeln, 01.03.2004

Die Satire Elsschots ist eine Wiederentdeckung, urkomisch, grotesk – und zum Verzweifeln wahr und traurig.

Hörzu, Hamburg, 26.06.2004

Ein weich schmelzender Roman voller skurrilem Humor und Ironie – mit einer harten Rinde: dem Hintergrund von Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit und gesellschaftlichem Druck.

Silvia Vogt, Associated Press AP, Frankfurt, 03.06.2004

Kaum zu glauben, dass diese ebenso rührende wie hinreißend komische Satire über Kleinbürgersehnsüchte schon vor rund siebzig Jahren entstand. Die Parallelen zur Gegenwart, in der arme Schlucker (also wir alle) immer noch vom schnellen Geld träumen, sind unübersehbar. Und wenn der Autor in seiner witzigen Understatement-Prosa das linkische Bemühen des Bürgers um Würde nachzeichnet, das seinen Erfolg im harten Lebenskampf gerade vereitelt, fühlt man sich stellenweise fast an Loriot erinnert. Willem Elsschots ›Käse‹ macht eindeutig Appetit auf mehr.

Alexander Altmann, TZ, München, 10.05.2004

Ein Kabinettstück der tragikomischen Literatur. Man wünscht sich mehr: denn dieser Mann ist ein geborener Erzähler.

Manfred Papst, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 18.04.2004

Ein tragikomisches Meisterwerk, eine ätzende Satire auf den wirtschaftlichen Erfolg. Elsschot litt wie alle Satiriker an der Unentrinnbarkeit der condition humaine. Dagegen schrieb er an - mit allen Registern seines Humors.

Fitzgerald Kusz, Nürnberger Nachrichten, 20.04.2004

Die Geschichte des Scheiterns könnte der Stoff für eine Tragödie sein, doch Willem Elsschot spürt die komischen Seiten auf. Er schreibt effektsicher und freut sich, wenn es dem kleinen Manne bange wird. Dann schwingt er sich auf zu ironischen Volten, treibt den Unglücksraben in die Enge und zwingt ihn zu Entscheidungen, die ihn immer mehr ins Unheil stürzen. Ein schmaler, pfiffiger Band.

Salzburger Nachrichten, 03.04.2004

Erstaunlich, dass seine Romane, die er in der freien Zeit schrieb, nichts an Frische und Aktualität verloren haben. Innerhalb von nur zwei Wochen hat Elsschot diesen Roman runtergeschrieben, knapp, klar, ohne Umschweife, er selbst hielt ihn für einen seiner besten Romane, die Kritiker nicht minder.

Brigitta Kasper-Heuermann, Radio Ostfriesland, 21.06.2004

Dieser Käseroman von 1933 ist eine Entdeckung aus dem Unionsverlag und von geradezu kafkaeskem Charakter. In diesem Bändchen treffen Skurrilität und Erzählkunst aufeinander. Und was heutzutage besonders sympathisch erscheint: Elsschot verrät die Mechanismen unserer Wirtschaftsgesellschaft, unserer Freude an Statussymbolen und den Drang nach oben. Doch er verrät nicht den Traum des kleinen Mannes.

Peter Exinger, Sonntagsblick, Zürich, 28.03.2004

Aus den Diskrepanzen zwischen überbordenden Ambitionen und minimalen Realisierungen bezieht die Erzählung ihre Komik. Eine Komik, bei der einem das Lachen im Halse steckenbleibt, da man von der existentiellen Tragik der Figur ergriffen ist. Mit Frans Laarmans, der wiederholt in anderen Werken Elsschots auftritt, lernen wir endlich im deutschsprachigen Raum eine der klassischen Figuren der niederländischen Literatur kennen.

Sigrid Gaisreiter, Lesart, Rangsdorf, 01.04.2004

Willem Elsschot: Käse. Es grenzt natürlich an Frechheit, wenn ein Holländer ein Buch über Käse schreibt und ein Schweizer Verlag dieses dann auch noch herausbringt. Aber in diesem Fall sei den Verlegern verziehen. ›Käse‹ ist eine zeitlose Parabel um einen Mann, der ein größeres Stück abbeißt, als er kauen kann. Das Original ist bereits 1933 erschienen. Aber vergammelt ist hier rein gar nichts.

Berner Zeitung, Bern, 18.03.2004

›Käse‹ ist ein weich schmelzender Roman voller skurrilem Humor und Ironie – mit einer harten Rinde: dem Hintergrund von Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit und gesellschaftlichem Druck.

Silvia Vogt, Yahoo Deutschland, 03.06.2004
 

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Bibliografie

Originaltitel: Kaas (Antwerpen, 1933)
Originalsprache: Niederländisch
Erstauflage: 23.06.2005
Auflage: 1