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Sylvain Prudhomme

Legenden

Roman
Aus dem Französischen von Claudia Kalscheuer

Zwei Brüder, Enfants terribles, wild, elegant und voller Verachtung für Gefahren.

 Taschenbuch
€ 13.95, FR 18.90, € [A] 14.40
Broschiert
Sofort lieferbar
UT 916
256 Seiten
ISBN 978-3-293-20916-9

 

Die Crau, eine Steinwüste vor den Toren von Arles. Weites, nacktes Land, überlassen einzig dem rauen Mistral und den Schafen. Hier leben Matt und Nel, verbunden durch eine tiefe Freundschaft. Als Matt beginnt, die Vergangenheit der Region zu erforschen, stößt er immer wieder auf die Namen zweier Cousins von Nel, die in den Achtzigern hier lebten.

Zwei Brüder, Enfants terribles, intelligent, exzessiv und voller Verachtung für jegliche Gefahren. Für kurze Zeit sind sie da, in Arles, in der Crau, im Leben ihrer Freunde, von denen sie gehasst und vergöttert werden. Partys, Gewalt, Freiheit, Jugend, Nachlässigkeit. Matt versucht, das Lebensgefühl jener Jahre einzufangen, und scheucht dabei Echos auf, die ihm und Nel ihre eigenen Entscheidungen gnadenlos vor Augen führen.

Stimmen

»Sylvain Prudhomme ist mit diesen kontrapunktischen Erzählebenen ein beeindruckender Roman gelungen, seine charismatischen Charaktere erstarren nie in Klischees, weder in ihrem Hedonismus noch in der Agonie. Daher bohren sie sich in unsere Hirne und Herzen, fragen, wo unsere Sympathien liegen: bei den schillernden Schmetterlingen oder eher bei den beständigen Schafen?«

Heinz Gorr, Bayern 2, München  Online einsehen

»Dieses Buch war für mich eine Offenbarung. Je tiefer Matt in das Schicksal der enfants terribles einsteigt, desto mehr hallen seinen Recherchen in der Gegenwart nach.«

Hilke Maunder, meinfrankreich.com, Hamburg  Online einsehen

»Eine Elegie hat Sylvain Prudhomme geschrieben, einen Klagegesang also, zwar in Prosa, aber in einer Sprache, die fast so frei strömt wie Poesie.«

Christoph Bartmann, Süddeutsche Zeitung, München  Online einsehen

»Prudhomme spiegelt die Unbedingtheit der Adoleszenz entgegen der Struktur und Einschränkung des Erwachsenenalters auch sprachlich. Satzgefüge, die komplex beobachten, stehen Satzreihen gegenüber, die Feststellungen machen und jeglicher Diskussion enthoben sind. Eine gelungene Komposition und Verwebung von Lebensphasen, die nur gegen Aufpreis ohne Rücksicht auf Verluste gelebt werden können. Besonders und empfehlenswert.«

Christine Vornehm, Buchprofile, Bonn  Online einsehen

»Sylvain Prudhommes Sprache gibt der Erinnerung eine vitale Kraft, nichts ist abgeschlossen und einsortiert. Aussprüche, Dialoge, Einschätzungen, ja, Begegnungen von damals lässt der Schriftsteller als Erscheinungen zu, die empfindsam vermitteln, wie wichtig es ist, die eigene Legendenbildung zu steuern.«

Achim Lettmann, Westfälischer Anzeiger, Hamm

»Sylvain Prudhomme erzählt nicht nur eine Geschichte von zwei sehr unterschiedlichen Brüdern, sondern nimmt sich viel Zeit, die Provence oder Camargue und die Menschen, die dort leben, berührend zu beschreiben.«

Rouven Hans, Ekz Bibliotheksservice, Reutlingen  Online einsehen

»Legenden hält auf zarte, humorvolle Weise Ideale hoch, die in globalisierten Social-Media-Zeiten fast altmodisch wirken, auf eine wohltuende Weise: Freundschaft, die Liebe zu einer Landschaft, die Lust am Leben.«

Dina Netz, Deutschlandfunk Kultur, Köln  Online einsehen

»In seinem lebhaften, außergewöhnlichen Stil entfaltet Sylvain Prudhomme die Geschichte dieser empfindsamen Brüder, so sanft, als öffne er eine Blume. Was sich wie beschauliche Landschaftsbeschreibungen vor dem Hintergrund des provenzalischen Sommers lesen könnte, führt den Leser in neue Tiefen. Dabei stellt sich ganz nebenbei die Frage, wie man sein Leben leben soll: Als Schaf oder als Schmetterling? Von diesem hoch talentierten Autor wird man noch hören.«

L’Express  Online einsehen

»Dieser Roman erzählt von jener Unschuld, die die Realität in etwas Magisches verwandelt, aber auch von der Härte, mit der sie den einen auffängt und den anderen stürzen lässt. Er erzählt davon, wie wir uns der Vergangenheit stellen, und wie sie uns manchmal verzweifeln lässt. Ein schönes, ein wundersames Buch.«

Le Monde  Online einsehen

»Man kann vollkommen aufgehen in diesen Dialogen, in diesem Tonfall, den Nuancen und Emotionen.«

Tribune de Genève  Online einsehen

»Sylvain Prudhommes fließender Text ist so durchdrungen vom Berg und der Welt der Hirten, dass man die Schafe von der ersten bis zur letzten Seite fast riechen kann. Der Romancier zeigt, wie die Toten von gestern in unser Leben zurückkehren, uns rufen und faszinieren, manchmal ohne, dass wir uns dessen bewusst werden.«

La Croix  Online einsehen

»Sylvain Prudhomme schenkt uns einen neuen Roman in einem Genre, dass er sich vollkommen zu eigen gemacht hat: die fiktive Reportage. In seiner musikalischen und farbenfrohen Sprache, feingeschliffen wie die Kiesel in der Crau, zeigt er uns die weiten Horizonte einer Welt, die uns manchmal ganz nah und manchmal ganz fern ist.«

onlalu  Online einsehen

»Ein fesselnder Roman über das, was Generationen verbindet, und was Kunst bewirken kann. Nach und nach verbinden sich die Echos verschiedener Stimmen und bereichern die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten – auf eine untergründige, heimliche und zuletzt gewalttätige Art.«

En Attendant Nadeau  Online einsehen

»An der Seite einer Handvoll Figuren schreitet man in diesem Roman voran, alle Sinne geschärft, wie in einem Western à la Giono. Man kann tief Luft holen, doch nie verharrt man in Klischees ländlicher Freuden. Dieser Roman ist viel subtiler, viel komplexer. Er ist ein Ort, an dem die Zeit Risse bekommen hat.«

Bibliobs  Online einsehen

»Es gehört zum Charme dieses Romans, dass er sich seine Zeit nimmt. Die Zeit, sich zu erinnern, die Zeit, in sich Hineinzuhören, die Zeit, etwas mit anderen zu teilen. Ein ganz anderer Charme als der von ›Ein Lied für Dulce‹, viel subtiler, viel rauer, ganz im Einklang mit dieser wüstenhaften Landschaft. Ein eindringlicher Roman, der das Geheimnis von Beziehungen erforscht, die über den Tod hinausgehen.«

Mots pour Mots  Online einsehen

»Auf Zeiten des Lichts folgen häufig Zeiten der Angst, über die es zu triumphieren gilt. Vielleicht ist es das, worum es letzlich in diesem schönen Roman geht, aus dem man viele Passagen von nüchterner und zugleich intensiver Poesie zitieren möchte.«

L’école des Lettres  Online einsehen
 
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»Treten Sie ein, meine Damen und Herren, hören Sie die Geschichte der Familie Nagalingam, die an den Rand der australischen Wüste verbannt wurde!«

Bibliografie

Originaltitel: Légende
Originalsprache: Französisch
Erstauflage: 13.9.2021
Auflage: 1