Pablo De Santis

Die sechste Laterne

Roman
Aus dem Spanischen von Claudia Wuttke
Das Babel der New Yorker Architekten
Broschur
Broschiert
Sofort lieferbar
UT 450
192 Seiten
ISBN 978-3-293-20450-8
€ 8.90 / sFR. 12.90
Unionsverlag
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€ 8.90 / sFR. 12.90
Als der junge Italiener Silvio Balestri 1914 nach New York auswandert, wird er von einem einzigen Gedanken beherrscht: Er will einen zweiten Turm zu Babel bauen. Jahrelang arbeitet er Nacht für Nacht an den Plänen. Als seine Frau einfach verschwindet, bemerkt er dies kaum.
Während Balestri das innerste Geheimnis der Baukunst ergründet, heuert ihn ein Architekturbüro für die Lösung eines scheinbar ganz profanen Geheimnisses an: Die New Yorker Architekturbüros stehen in einem gnadenlosen Wettkampf um den höchsten und modernsten Wolkenkratzer der Welt. Jede neue Idee wird sogleich der Konkurrenz in die Hände gespielt. Balestri soll das Leck finden. Die Aufgabe führt ihn in ein unentwirrbares Geflecht aus Intrigen und schließlich zu dem Geheimbund Die sechste Laterne.

Stimmen

De Santis' Roman schwingt zwischen der intellektuellen Komik eines Vladimir Nabokov, dem labyrinthischen Humor eines Franz Kafka und den unendlichen Verzweigungen eines Jorge Luis Borges hin und her. Ganz lakonisch lockt er seine Leser in eine lebendige, fanatische, absurde Welt.

Georg Patzer, Literaturkritik.de, Marburg, 01.09.2007

Pablo De Santis zeigt einen eigenwilligen Kosmos aus schrägen Figuren und Szenen, in dem die Übergänge von der realen in eine irreale Welt fließend sind. Schon die Beschreibung diverser Projekte oder eingestreuter Schicksale von Architekten steigern den fantastischen Charakter dieses anregenden Romans.

Buchkultur, Wien, 01.08.2007

Doch man darf sich nicht täuschen lassen. ›Die sechste Laterne‹ ist mehr als nur ein äußerst raffiniert konstruiertes Romangebäude. Die postmodern verspielte Fassades des Textes wird von einem Netz feiner schwarzer Risse überzogen. Ihren Ausgangspunkt nehmen sie in einer Bemerkung eines italienischen Futuristen: ›Wenn Städteplaner sich um Sinn und Form einer Stadt kümmerten‹ schreibt er, dann sollten auch künftige Kriege ›von Architekten geplant werden, die es besser verstehen, die feindliche Stadt symbolisch zu vernichten.‹

Kolja Mensing, Der Tagesspiegel, Berlin, 22.07.2007

Eine Kriminalgeschichte mit allem, was ein spannender Roman braucht. Der Bogen reicht von der Erforschung des legendären Turmbaus von Babel bis zur Suche eines sagenhaften, weil verschwundenen Wolkenkratzerentwurfs in New York. Der Protagonist, ein junger italienischer Architekt und New-York-Emigrant, Silvio Balestri, lässt nichts aus: mysteriöse Geheimbünde, verschollene Frauen, Intrigen ohne Ende, Lauschangriffe, Spionage. Und natürlich wird er zum Helden, wenn er gnadenlose Konkurrenzkämpfe in der Architektenszene aufdeckt.

Architektur und Wohnen, Hamburg, 10.07.2007

Was uns in hundert Kapitelchen in atemlosen Tempo erzählt wird, ist nichts weniger als eine neue, vorwiegend architektonische Interpretation des Mythos vom Turmbau zu Babel. Man sieht ihn auf dem Papier entstehen, weiß, dass er nicht fertig werden kann, und erfährt, wie sich die Turmidee draußen in der Stadt ihren Weg bahnt. Am Schluss des Romans verliert Balestri die Sprache. Den Turm konnte er nicht bauen, aber der Turm hat sich in den Köpfen und Plänen Tausender von Architekten festgesetzt, eine Obsession, die der Welt erhalten bleibt.

Christoph Kuhn, Tagesanzeiger, Zürich, 09.07.2007

Gelungen adaptiert de Santis mit der Undurchschaubarkeit des Architekturhochhauses, der Unlösbarkeit des Auftrags und der Rätselhaftigkeit der Ereignisse auch die surreale ›kafkaeske‹ Atmosphäre. Ein spannendes Leseereignis über die Macht des Utopischen.

Alina Menze, Rheinischer Merkur, Bonn, 14.06.2007

Pablo de Santis liebt das Spiel mit vielen Versatzstücken in seinen Romanen. Dabei stellt er einige Anforderungen an seinen Leser, um ihm auf seinen philosophischen Spuren zu folgen. Doch sein besonderer Verdienst ist es, dies immer mit einer Leichtigkeit zu tun, dass es Freude bringt, Bezüge zu finden und weiterzudenken oder auch einfach in das Geschehen einzutauchen und weiter zu lesen.

Birgit Koss, Deutschlandradio, Berlin, 22.05.2007

Dem argentinischen Autor ist eine eigenartige Mischung aus fantastischer Literatur, Krimi und Wissenschaftsroman gelungen, humorvoll, bizarr und intellektuell herausfordernd.

Dietmar Adam, ekz-bibliotheksservice GmbH, Reutlingen April 2007,

Die Schilderung des bürokratischen Wahnsinns in dem großen Architekturbüro Moran, Morley & Mactran könnte direkt aus Kafkas Werken stammen. De Santis' neuer Roman kann als Kriminalroman, als Verschwörungsthriller, als Spiel mit der Form der Rätselgeschichte, als erfundene Biografie, als Liebeserklärung an die Architektur, als Auseinandersetzung mit der Frage, was wirklich ist, oder einfach als großartige Literatur, die mit wenigen Worten viel sagt, gelesen werden.

Axel Bussmer, Die Berliner Literaturkritik, 26.04.2007

Beim Lesen von Pablo De Santis' beschwingtem Roman ›Die sechste Laterne‹ dachte ich an ein Bild, das den Architekten Ralph Bänziger mitten in seiner Sammlung von Architekturmodellen seines nie werdenden Werks ›HB Südwest‹ zeigt. Denn um den nie oder eben nur in Karton gebauten Traum dreht sich die Biografie des Architekten Silvio Balestri.

Hochparterre, Zürich, 02.04.2007

›Die sechste Laterne‹ ist wie alle Romane von De Santis zuvor ein glitzernder Steinbruch abendländischer Ideengeschichte, fern aller – auch der magischen – Realismen. Der Leser muss seine eigenen Schlüsse ziehen - wenn er denn will. Oder er genießt Pablo De Santis' Kunststücke, die im Verstand perlen wie Champagner extra brut am Gaumen.

Ekkehard Knörer, Perlentaucher, Berlin, 29.03.2007

Ein besonderer Tipp für alle, die sich für architektonische Chiffren, geheimbündlerische Intrigen und die latente Phantastik lateinamerikanischer Literatur begeistern können. Statt Mord und Totschlag erwartet Sie feinsinniges Lesevergnügen voller Komik und Esprit. Wunderbar.

Ulrich Kroeger, Krimitipp, Bokel, 25.03.2007

Fast menschlich muten in De Santis' Roman die Stadt und ihre Wolkenkratzer an, auch die Ideen der Architekten scheinen zum Leben erweckt. Ein Lesevergnügen für alle, die in sich einen Hang zur Philosophie verspüren.

Ellen Poschen, Augsburger Allgemeine Zeitung, 24.03.2007

Die Geschichte ist beschwingt, augenzwinkernd komisch und klug, dabei herrlich absurd und extrem zugespitzt. De Santis' Roman ist verwickelt und doch in hundert Kapiteln klar und geradlinig erzählt, er ist vielschichtig, voll wilder Ideen im domestizierten Kostüm, die wunderbar zueinander passen.

Frank Rumpel, Titel-Magazin: Literatur und mehr, Karlsruhe, 05.03.2007

›Die sechste Laterne‹ erweitert den Begriff des Kriminalromans oder – genauer gesagt – führt ihn auf elegante und sehr kluge Weise zu seinen fast vergessenen Ursprüngen zurück. Die liegen nämlich unter anderem auch in der ›vernunftgerechten Fantasie‹, die von ungeheuerlichen, unerhörten und unwahrscheinlichen Begebenheiten zu berichten weiß und die, von einem intelligenten Autor in strenge Form gegossen, den Leser überzeugen und ihn in ihren Bann ziehen können. Pablo De Santis ist so ein intelligenter Autor, der zugleich einen Aspekt zu Tage fördert, der unter den Papierbergen von angeblich realistischer Kriminalliteratur fast vergraben und vergessen wurde: die Macht und Magie der Einbildungskraft.

Ludger Menke, www.krimiblog.de, Hamburg, 01.03.2007

Ein Buch, bei dem auf jeder Seite neue Gedankenwelten warten, das viele überraschende Wendungen nimmt und bei dem es völlig nebensächlich ist, dass es sich eigentlich um einen Krimi handelt.

Brigitte Strauß-Richters, Buchprofile, München, 01.03.2007

Wenn Sie jetzt sagen: Frank Lloyd Wright, gut und schön, ich will aber gleichzeitig was Vertracktes von Borges lesen, und einen Fernsehkrimi sehen will ich auch – dann nehmen Sie halt ›Die sechste Laterne‹. Was übrigens die Backlist des Mannes betrifft, vor allem ›Die Übersetzung‹ und ›Voltaires Kalligraph‹: Alles ganz grandiose Krimis, in denen am Ende die Sprache der Mörder ist. So, das war ein Geheimtipp, den Sie bitte für sich behalten wollen. Sonst lesen das wieder alle.

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 25.02.2007

Der Architektur-Krimi des Argentiniers Pablo De Santis baut Unmögliches. Und ist unmöglich gut. Der Autor weiß, dass Wörter mächtig sein können. Aber mit Leichtigkeit bringt er selbst Hochphilosophisches in die Bücher. Es könnte ja sein, dass das Geheimnis des Lebens aus nichts anderem besteht, als im entscheidenden Moment das richtige Wort zu finden. Dann ist durchaus möglich, dass De Santis mit diesem Roman so weit vorgedrungen ist.

Peter Pisa, Kurier, Wien, 17.02.2007

De Santis ist mit dieser ausgeklügelten Kreuzung von Gelehrsamkeit und Kriminalgeschichte ein ebenso intellektuelles wie aktuelles Lesevergnügen geglückt.

Angelika Jacobs, Norddeutscher Rundfunk, 06.02.2007  Online einsehen

Die Handlung mit ihren vielen überraschenden Wendungen erinnert an Kafkas Welten. In diesem fantastischen Raum kann nach dem 11. September frei über den Symbolwert von New Yorker Wolkenkratzern und offenen Baugruben nachgedacht werden.

Angelika Jacos, Norddeutscher Rundfunk, 06.02.2007  Online einsehen
 

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Bibliografie

Originaltitel: La sexta lámpara (Buenos Aires, 2005)
Originalsprache: Spanisch
Erstauflage: 19.02.2009
Auflage: 1